Grüne Jugend kritisiert Özdemir in Doppelpass-Debatte: "Dürfen uns nicht vom Rechtsruck beeinflussen lassen"

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CEM
dpa
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  • Die Grüne Jugend hat Parteichef Özdemir in der Doppelpass-Debatte scharf kritisiert
  • Özdemir hält nichts davon, den Doppelpass bis in alle Ewigkeit zu vererben
  • "Bei diesem Thema dürfen wir uns nicht vom Rechtsruck in der Debatte beeinflussen lassen", sagt hingegen Grüne-Jugend-Chef Moritz Heuberger

Die Grüne Jugend hat Parteichef Cem Özdemir in der Doppelpass-Debatte scharf kritisiert.

"Die Grünen haben seit 30 Jahren - und mit gutem Grund - eine ganz klare Linie, wie sie zum Staatsbürgerschaftsrecht stehen", sagte Grüne-Jugend-Chef Moritz Heuberger der Huffington Post. "Ich kann nicht nachvollziehen, warum sich Cem Özdemir davon jetzt entfernt, indem er über den Doppelpass diskutieren will."

"Müssen der nationalistischen Stimmung entschlossen die Stirn bieten"

Özdemir sagte am Wochenende in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa, man müsse den Doppelpass nicht für alle Ewigkeit vererben. Damit pflichtete er einem Kompromissvorschlag von Bundesinnenminister Thomas de Maizière bei. In der Union mehren sich die Stimmen, den Doppelpass ganz abzuschaffen.

"Bei diesem Thema dürfen wir uns nicht vom Rechtsruck in der Debatte beeinflussen lassen", sagte Heuberger der Huffington Post. Mit Blick auf die aktuell niedrigen Umfragewerte könne man die Grünen-Wähler nur dann überzeugen, wenn "wir der nationalistischen Stimmung entschlossen die Stirn bieten."

"Ich bin da auch vollkommen unideologisch"

Die Idee, dass man sich für eine Nationalität entscheiden müsse, lehne die Grüne Jugend ab. "Deswegen sollten Einwanderer auch künftiger Generationen so viel Pässe haben dürfen, wie sie wollen", sagte Heuberger.

Auch Özdemirs Vorwurf an die Grünen, das Thema ideologisch zu betrachten, wies Heuberger zurück.

"Ich bin da auch vollkommen unideologisch: Welche und wieviele Nationalitäten eine Person besitzt, ist mir egal - es gibt viele Fragen in der Einwanderungsgesellschaft, die ich wesentlich wichtiger finde, wie zum Beispiel der Umgang mit religiösem Fundamentalismus."

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