Erleichterung in Europa: So reagieren Politiker auf das Ergebnis der Frankreich-Wahl

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EMMANUEL MACRON
Erleichterung in Europa: So reagieren Politiker auf das Ergebnis der Frankreich-Wahl | Philippe Wojazer / Reuters
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  • Europas Politiker der Mitte haben mit Erleichterung auf den Ausgang der Wahl in Frankreich reagiert
  • Die Rechtspopulisten in Deutschland, Österreich und Holland freuen sich dagegen für Le Pen

Politiker in Deutschland und Europa haben mehrheitlich mit Erleichterung auf das Ergebnis der Präsidentschaftswahl in Frankreich reagiert. Dort führt laut dem vorläufigen Endergebnis der pro-europäische Kandidat Emmanuel Macron vor der Rechtspopulistin und Europafeindin Marine Le Pen.

Beide werden in einer Stichwahl am 7. Mai aufeinander treffen, wobei Macron höhere Chancen auf den Sieg hat.

Ein Rechtsruck Frankreichs und ein Austritt des Landes aus der Europäischen Union, wie Le Pen angekündigt hatte, scheint also abgewehrt zu sein.

Schon kurz nachdem die erste Hochrechnung bekannt wurde, gratulierte Deutschlands Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) dem unabhängigen Kandidaten Macron. In einer Videobotschaft teilte Gabriel mit, er sei froh, dass Macron die Wahlen anführe. "Er ist war der einzige wirklich pro-europäische Kandidat", sagte der Außenminister.

Auch der radikale Linke Jean-Luc Mélenchon ist ein Europa-Skeptiker, er wollte bei einem Wahlsieg die Verträge der EU neu aushandeln lassen - oder aus der Union austreten. Mélenchon landete mit knapp 19,5 Prozent auf dem vierten Rang.

Deutsche Politiker stehen zu Macron

Nach Gabriel gratulierte auch sein Parteichef Martin Schulz Macron zum Sieg. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter forderte er die Franzosen dazu auf, sich in er Stichwahl hinter den Kandidaten zu stellen, "damit er und keine Nationalistin Präsident wird."

Auch die Bundesregierung unterstützt Macron. In einem Tweet schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert: "Gut, dass Emmanuel Macron mit seinem Kurs für eine starke EU und für soziale Marktwirtschaft Erfolg hatte. Alles Gute für die nächsten zwei Wochen."

Die Grünen-Chefin Katrin Göring-Eckardt bedankte sich bei Macron, dass er für einen pro-europäischen Kurs gekämpft habe. Auf Twitter schrieb sei: "Hoffnung und Offenheit gewinnen gegen Angst und Nationalismus."

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Linken-Politikerin Wagenknecht bedauert Erfolg von Macron

Die Linken-Chefin Sahra Wagenknecht gratulierte dagegen dem linken Kandidaten Jean-Luc Mélenchon zu seinem überraschend starken Ergebnis. "Fast 20 Prozent: ein grandiose Erfolg für die französische Linke", twitterte Wagenknecht.

Den Erfolg von Macron bedauerte Wagenknecht: "Der ehemalige Investmentbanker Macron dagegen steht für die Fortsetzung und Verschärfung genau jener Politik des Sozialabbaus und forcierter Privatisierungen, die den reaktionären Front National Le Pens erst stark gemacht hat und absehbar weiter stärken wird", sagte sie.

AfD freut sich für Le Pen

Die AfD freute sich über den Erfolg der Rechtspopulistin Marine Le Pen. Mit knapp 21,5 Prozent fuhr sie ihr bisher stärkstes Ergebnis bei einer Präsidentschaftswahl ein - und schaffte es in die Stichwahl.

Der AfD-Politiker Julian Flak, Mitglied des Bundesvorstands der Partei, schrieb auf Twitter: "Le Pen in der 2. Runde der französischen Präsidentschaftswahlen - herzlichen Glückwunsch zum Zwischenerfolg!"

Der Präsident der EU-Kommission, Jean-Claude Juncker, wünschte Macron alles Gute für die zweite Runde.

Europas Rechtspopulisten gratulieren Le Pen

Der Rechtspopulistin Geert Wilders gratulierte selbstverständlich Le Pen. Auf Twitter schrieb er auf Französisch: "Es lebe der Sieg! Marine Le Pen, die Präsidentin!"

Auch der rechtspopulistische FPÖ-Politiker Hans-Christian Strache freute sich für Le Pen. In einem Tweet nannte er sie seine politische Partnerin.

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(bp)

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