Das ist der wahre Grund, warum Joanne K. Rowling ihre Harry-Potter-Bestseller geschrieben hat

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Das ist der wahre Grund, warum Joanne K. Rowling ihre Harry Potter Bestseller geschrieben hat. | Evan Agostini/Invision/AP
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Wer unter Depressionen leidet, fühlt sich oft wie in einem tiefen schwarzen Loch gefangen - und hat Angst, durch die Krankheit festzustecken, als Versager dazustehen. Jemand, der es nicht geschafft hat, seine inneren Dämonen zu besiegen, während die anderen beschwingt die Karriereleiter hinaufklettern und Familien gründen.

Ein Gefühl, das Joanne K. Rowling nur allzu gut kennt. Die Bestseller-Autorin der beliebten Harry-Potter-Reihe musste selbst als junge Frau mit Depressionen kämpfen. "Ich war die größte Versagerin, die ich kannte", sagte sie in einer Rede vor Harvard-Absolventen. "Dieser Tiefpunkt war aber zugleich der Grundstein, auf dem ich mein jetziges Leben aufgebaut habe."

Rowling ging es so schlecht, dass sie professionelle Hilfe brauchte

Rowling litt nach der Scheidung von ihrem ersten Mann an Depressionen. Sie hatte keinen Job, brauchte Sozialhilfe und lebte als alleinerziehende Mutter in armen Verhältnissen. Rowling ging es so schlecht, dass sie professionelle Hilfe suchte und eine Verhaltenstherapie begann.

Gleichzeitig fing Rowling an, zu schreiben. Da sie in ihrer Situation sonst nicht viel tun konnte, stand sie morgens auf und machte Notizen, bevor ihre Tochter aufwachte. So schrieb sie die ersten beiden Bücher der Harry-Potter-Reihe, während sie noch von Sozialhilfe lebte. Sie schickte ihre Manuskripte an verschiedene Verlage - und kassierte mehrere Absagen, bevor sich der Bloomsbury-Verlag entschied, ihre Bücher zu veröffentlichen.

Der Rest ist Geschichte. Rowling ist eine der reichsten Frauen Großbritanniens und eine der bekanntesten Schriftstellerinnen der heutigen Zeit.

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"Depressive sehen die Welt tendenziell klarer"

Rowling hatte sich nicht trotz ihrer Depression von ganz unten nach ganz oben gekämpft - sondern deswegen. An ihrem Tiefpunkt hatte sie entdeckt, dass sich eine neue Möglichkeit für sie aufgetan hatte: das Schreiben. Und mit ihrem Scharfblick für menschliche Eigenheiten und ihrer Kreativität hatte sie die Fähigkeit, Millionen Leser zu begeistern.

Da depressive Menschen lernen müssen, mit ihrer schweren Krankheit umzugehen, lernen sie sich auch selbst viel intensiver kennen. Sie können ihre Stärken und Schwächen besser einschätzen und denken viel über sich und ihre Situation nach. Sie sind oft sehr sensibel und beobachten die Außenwelt sehr genau.

"Depressive sehen die Welt tendenziell klarer, mehr so, wie sie ist", schreibt Nassir Ghaemi, Psychiatrieprofessor in Boston. Das ist natürlich eine steile These, die bestimmt nicht in jedem Fall zutrifft, aber zeigt, dass Menschen mit Depressionen durch die gängigen Vorstellungen in unserer Leistungsgesellschaft oft unterschätzt werden.

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"Glück kann sogar in der dunkelsten Stunde gefunden werden"

Auch Rowling hat es geschafft, sich den Depressionen zu stellen und zugleich neue Kraft und Einsichten aus ihrem persönlichen Tiefpunkt zu schöpfen. Sie ermutigte kürzlich auch ihre Fans, niemals aufzugeben. "So etwas hätte jemand zu mir in den 90er Jahren sagen müssen - viele Male", schrieb sie auf Twitter.

Selbst wenn man es beim ersten Mal nicht schaffe, dann könnte es vielleicht beim dritten, vierten oder fünften Versuch klappen. "Aber du kommst nicht weiter, ohne es zu versuchen." Eine klare Botschaft an alle Menschen - nicht nur die, die mit Depressionen zu kämpfen haben - dass sie ihre Träume nicht aufgeben dürfen und weiterkämpfen sollen.

Rowling verarbeitete ihre Erfahrungen mit ihrer psychischen Erkrankung auch in ihren Büchern. Im dritten Harry-Potter-Band "Der Gefangene von Askaban" tauchen erstmals die sogenannten Dementoren auf. Die Dementoren sind magische, gesichtslose Wesen, die den Menschen alle positiven Gefühle nehmen und sie noch einmal ihre schlimmsten Erinnerungen durchleben lassen.

Im gleichen Band lässt Rowling allerdings auch Albus Dumbledore, Harry Potters Mentor, tröstende Worte sprechen, die tausende Menschen inspirierten: "Glück kann sogar in der dunkelsten Stunde gefunden werden, wenn man daran denkt, das Licht anzumachen."

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(ujo)

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