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24/04/2017 15:27 CEST | Aktualisiert 24/04/2017 15:44 CEST

Kampf der Giganten: Wieso Apple damit gedroht hat, Uber zu zerstören

Thomas Peter / Reuters
Kampf der Giganten: Wieso Apple damit gedroht hat, Uber zu zerstören

  • Uber soll einzelne iPhones verfolgt haben - gegen Apple-Richtlinien

  • Darauf drohte Apple damit, die App aus dem App Store zu entfernen

  • Der Uber-Chef ist bekannt für sein aggressives Verhalten

Wer mit einer App sein Geld verdient, sollte sich besser nicht mit Apple anlegen. Der Fahrdienst Uber hat daran offenbar nicht gedacht - oder zumindest nicht mit der Reaktion von Apple-CEO Tim Cook gerechnet.

Denn der war vor zwei Jahren kurz davor, die App des Unternehmens aus Apples App-Store zu verbannen. Den Streit der beiden Tech-Konzerne hat die US-Tageszeitung "New York Times" in einem Porträt über Uber-Chef Travis Kalanick am Sonntag öffentlich gemacht.

Der Grund für Cooks Drohung dabei war: Ubers App soll in der Lage gewesen sein, einzelne iPhones zu identifizieren und zu - und das sogar dann, wenn der iPhone-Besitzer die App schon längst gelöscht hatte.

Dabei handelte es sich um einen ganz klarer Verstoß gegen Apples Privatsphäre-Richtlinien. Das Unternehmen aus Cupertino hat sich den Datenschutz auf die Kappe geschrieben.

Der Versuch, Apple-Mitarbeiter zu täuschen, ging schief

Natürlich hat Uber versucht, den Regelbruch zu verstecken. Ein sogenannter Geofance, also ein digitaler Zaun um Apples Hauptquartier im kalifornischen Cupertino, sollte verhindern, dass Mitarbeiter des iPhone-Konzerns dem Betrug auf die Schliche kommen. Innerhalb des Bereichs des Geofances war die Tragging-Funktion deaktiviert.

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Letztendlich flog der digitale Fingerabdruck, den die Uber-App auf iPhones hinterlassen hat, jedoch auf.

Und brachte Cook auf die Palme. Der drohte anschließend, die App aus dem App Store zu schmeißen - was für Ubers Erfolg fatal gewesen wäre. Der heutige Erfolg des Fahrdienstes wäre so sicher nicht möglich gewesen.

Uber-App wurde geändert

Travis Kalanick, Uber-Chef, beugte sich dem Druck, aktualisierte die App und beendete damit das Verfolgen einzelner iPhones.

Die alte Uber-App habe wohl mit Hilfe eines privaten Frameworks die Seriennummer des iPhones ausgelesen, erklärt der Sicherheitsforscher Will Strafach auf Twitter.

"Die schlimmste Sorte des Unternehmers"

Uber-Gründer Kalanick ist bekannt dafür, rücksichtslos Expansion und Gewinnstreben zu verfolgen. Damit hat er Uber zwar schnell an die Spitze gebracht - aber steht deswegen auch oft in der Kritik. "Er verkörpert die schlimmste Sorte Hybris und Arroganz des libertären Unternehmers", sagte der Silicon Valley-Kritiker Andrew Keen in einem Interview mit dem "Spiegel".

Erst im März schmiss Uber-Präsident Jeff Jones hin. Als Begründung sagte er dem Techblog "Recode": "Es ist klar, dass die Überzeugungen und Ansätze, die meine Karriere bestimmt haben, nicht vereinbar sind mit dem, was ich bei Uber gesehen und erlebt habe".

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(ll)

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