"Unglaubliche Chemie": US-Präsident Trump schwärmt von Angela Merkel

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"Unglaubliche Chemie": US-Präsident Trump schwärmt von Angela Merkel | Jim Bourg / Reuters
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  • US-Präsident Trump hat in einem Interview von dem Treffen mit Angela Merkel geschwärmt
  • Die Chemie sei "unglaublich" gewesen
  • Dabei zeichnen Eindrücke des Treffens ein anderes Bild

US-Präsident Donald Trump lebt ganz nach Konrad Adenauers Motto: "Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern". Und das gilt jetzt offenbar auch für Angela Merkel.

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP schwärmte der US-Präsident geradezu über die Kanzlerin: "Eine der besten Chemien, die ich hatte war mit Merkel. Wir hatten eine unglaubliche Chemie."

Ob sich Trump nicht mehr an das Treffen erinnert? Denn der US-Präsident verweigerte Merkel auf eine vorsichtige Bitte hin einen zweiten Handschlag.

(Der Text geht unter dem Video weiter:)

Trump wiederholte gegenüber AP, dass er Merkels Bitte einfach nicht gehört habe.

Doch das war nicht die einzige seltsame Szene des ersten Treffens der beiden Regierungschefs. Das Weiße Haus hatte Merkel bei dem offiziellen Gespräch neben Trumps Tochter Ivanka gesetzt - obwohl die zu diesem Zeitpunkt keine offizielle Position in Trumps Regierung inne hatte.

"Trotzig und ignorant"

Laut dem britischen Journalisten Roger Cohen habe Trump bei dem Treffen außerdem ein äußerst grenzwertiges Benehmen an den Tag gelegt. "Er hat einen seiner trotzigsten und ignorantesten Auftritte hingelegt“, schrieb Cohen in der "New York Times“.

"Trump war so zerstreut, dass die deutschen Delegierten zu dem Schluss kamen, dass Trumps Tochter Ivanka, die eigentlich keinen formalen Grund hatte, anwesend zu sein, die besser vorbereitete und nützlichere war.“

Der US-Präsident war früher ein richtiger Fan von Merkel. "Angela Merkel macht einen fantastischen Job als deutsche Kanzlerin. Die Jugendarbeitslosigkeit ist so niedrig wie nie und sie hat einen Haushaltsüberschuss", twitterte Trump im Oktober 2013.

"Katastrophaler Fehler"

Doch dann kam die Flüchtlingskrise. Und Trump wurde zu einem der härtesten Kritikern Merkels. In einem Interview mit der "Bild"-Zeitung sagte Trump über Merkel: "Ich finde, sie hat einen äußerst katastrophalen Fehler gemacht, und zwar all diese Illegalen ins Land zu lassen", sagte Trump der "Bild".

Aber dem nicht genug. Der designierte US-Präsident gab Merkel auch indirekt Schuld am Attentat vom Berliner Breitscheidplatz.

Von den Folgen der Politik der offenen Grenzen habe Deutschland jüngst "einen deutlichen Eindruck bekommen", erklärte Trump - und sprach natürlich vom 19. Dezember, als der Attentäter Anis Amri zwölf Menschen tötete. "Ich bin also der Meinung, sie hat einen katastrophalen Fehler gemacht, einen sehr schlimmen Fehler."

Und auch nach direkt nach dem Treffen Mitte März in Washington trat Trump noch einmal nach.

Er habe zwar, entgegen dem, was die "Fake News" berichten, ein großartiges Treffen mit Merkel gehabt - aber nichtsdestotrotz schulde Deutschland der Nato riesige Summen schulden. "Die USA müssen mehr für die wirkungsvolle aber sehr teure Verteidigung zahlen, die sie Deutschland geben", twitterte Trump.

Nun ja, das scheint ihn jetzt auch offenbar nur noch wenig zu kümmern. Ist ja schließlich auch von gestern.

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(ll)

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