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22/04/2017 10:34 CEST | Aktualisiert 22/04/2017 10:55 CEST

"Die Stärkste für Frankreich": US-Präsident Trump lobt Rechtspopulistin Le Pen

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"Sie ist die Stärkste für Frankreich": US-Präsident Trump lobt kurz vor der Wahl die französische Rechtspopulistin Le Pen

  • In einem Interview sagt US-Präsident Trump, der Terroranschlag in Paris am Donnerstag werde der Rechtspopulistin Le Pen am meisten helfen

  • Er unterstütze sie nicht offiziell, sagte aber zugleich, sie sei die "Stärkste" für Frankreich derzeit

Der Terroranschlag auf Polizisten in Paris überschattet die letzten Stunden vor dem ersten Wahlgang im französischen Präsidentschaftswahlkampf.

US-Präsident Donald Trump äußerte sich schon nach den ersten Berichten zu dem Terroranschlag. Er werde einen großen Einfluss auf die Wahlen haben, schrieb Trump auf Twitter.

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP sagte Trump nun, die Attacke werde wahrscheinlich Le Pen helfen. Er machte zwar auch deutlich, dass er die Rechtspopulistin nicht unterstütze, sagte zugleich aber auch: Le Pen sei "die Kandidatin, die sich am stärksten für Grenzen" einsetze. "Sie ist die Stärkste dafür, was gerade in Frankreich los ist", sagte der US-Präsident.

Trump und Le Pen eint dieselbe Haltung

Nach dem Anschlag am Freitag hatte Le Pen angekündigt, Grenzkontrollen verstärken und Ausländern, die vom Sicherheitsdienst beobachtet werden, die Staatsbürgerschaft zu entziehen. Sie warf der Regierung Nachlässigkeit im Anti-Terror-Kampf vor. Premierminister Bernard Cazeneuve erwiderte, Le Pen schlachte das Drama zu Wahlkampfzwecken aus.

Trump und Le Pen eint, im Wahlkampf gegen Einwanderer Stimmung zu machen. Beide haben bereits in Interviews das Militärbündnis Nato und die Europäische Union kritisiert.

Auch wenn Trump Le Pen nicht offiziell unterstützen möchte - der US-Präsident und die mögliche französische Präsidentin liegen inhaltlich auf einer ähnlichen Linie.

Mehr zum Thema: Alle Entwicklungen zur Frankreich-Wahl im News-Blog

Obama trifft Macron

In den Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Ipsos lag Le Pen zuletzt mit 22 Prozent hinter dem sozialliberalen Kandidaten Emmanuel Macron, der auf 24 Prozent kommt.

Macron hatte sich am Donnerstag mit dem Trumps Vorgänger Barack Obama getroffen. Auch Obama verneinte danach, dass er den jungen Kandidaten offiziell unterstütze.

Mehr zum Thema: Nach dem Paris-Anschlag: Warum nicht Le Pen, sondern Fillon vom Terror profitieren wird

Dieser Artikel erschien zuerst auf der Huffington Post USA und wurde von Leonhard Landes übersetzt und ergänzt.

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(ks)

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