"March for Science": Weltweit gehen tausende Menschen für die Wissenschaft auf die Straße

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"March for Science": Weltweite gehen tausende Menschen für die Wissenschaft auf die Straße | getty
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  • Tausende Menschen demonstrieren am Samstag für die Wissenschaft
  • In Washington wollen die Menschen ein Zeichen gegen die wissenschaftskritische Haltung von US-Präsident Trump setzen

Den Klimawandel hat US-Präsident Donald Trump einst als “Ente” bezeichnet und auch sonst scheint er kein Fan der Wissenschaft zu sein. Forscher weltweit sind daher besorgt. Am Samstag sind tausende Menschen in Washington für die Wissenschaft auf die Straße gegangen.

Nach einer Kundgebung wollten die Demonstranten am Weißen Haus vorbeiziehen und damit gegen die offen wissenschaftskritische Haltung von US-Präsident Trump protestieren.

Am Samstag findet der alljährliche “Earth Day” (Tag der Erde) zur Stärkung der Wertschätzung von Umwelt und Natur statt. In diesem Jahr soll der Tag der Erde mit dem “March for Science” (Demonstration für die Wissenschaft) zum Mega-Event werden soll.

Ein erster Schritt zu einer globalen Bewegung

“Der ‘March for Science’ ist der erste Schritt zu einer globalen Bewegung für die Verteidigung der essenziellen Rolle, die die Wissenschaft für unsere Gesundheit, Sicherheit, Wirtschaft und Regierungen spielt”, heißt es auf der Webseite der Organisatoren.

Dahinter steht eine Gruppe Wissenschaftler, die sich nach der Wahl des offen wissenschaftskritischen US-Präsidenten Trump spontan Anfang des Jahres zusammengefunden hatte und immer weiter wuchs.

Mehr als 50.000 Menschen hätten sich bislang als freiwillige Helfer angeboten, teilen die Organisatoren mit. Trump hatte den Klimawandel einst als “Ente” bezeichnet und ist dafür bekannt, dass er Wissenschaft bestenfalls ignoriert, schlimmstenfalls offen ablehnt.

Frauenmarsch ist ein Vorbild

Vorbild für die Demonstration ist der “Women’s March on Washington”, bei dem Ende Januar weltweit Millionen Menschen für Frauenrechte und gegen Trump protestierten.

Nicht nur in den USA gehen die Menschen am Samstag für die Wissenschaft auf die Straße. Auch in London, Genf, Paris, Edinburg, Berlin und sogar nahe dem Nordpol im norwegischen Spitzbergen demonstrieren tausende Menschen.

"Wissenschaftsfreiheit ist in Gefahr"

Wissenschaftsfeindlichkeit sei nicht nur in den USA ein Problem, warnte die deutsche Kommission der UN-Kultur- und Wissenschaftsorganisation Unesco: “In zahlreichen Ländern ist die Wissenschaftsfreiheit in Gefahr. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden bedroht, gegängelt und der Wert wissenschaftlicher Forschung wird grundlegend in Frage gestellt.”

Der niederländische Grünen-Europaabgeordnete Bas Eickhout fürchtet beispielsweise, dass nicht nur in den USA erneut eine Debatte darüber ausbricht, ob es den Klimawandel gibt oder nicht. “Die Klimaskeptiker wachen wieder auf in Europa”, sagt er. Dabei brauche es Einigkeit in der Gesellschaft, um wirksame Politik zu machen.

Mehr zum Thema: Trump stoppt Verordnungen zu Klimaschutz - und gefährdet damit den Planeten

Todesdrohungen gegen Klimawissenschaftler

Das sei gar nicht so ungefährlich, meint der renommierte belgische Klimawissenschaftler Jean Pascal van Ypersele, auch wenn er Eickhout zustimmt. Kollegen weltweit hätten auch schon Todesdrohungen erhalten, wenn sie sich aus der Deckung wagten.

Er bedauert, dass es trotz wachsenden Wissens über den Klimawandel in Europa schwieriger werde, Gelder für Grundlagenforschung zu bekommen. Es gebe einen Trend zu verwertbarer Forschung, die Jobs schaffe oder bei der Entwicklung neuer Produkte helfe.

Natürlich seien auch Nicht-Wissenschaftler zu dem Protest eingeladen, sagen die Veranstalter. Eine Kleiderordnung gebe es nicht. “Seid kreativ! Zieht euch an wie euer Lieblingswissenschaftler. Wenn ihr Wissenschaftler seid, kommt in euren Arbeitsklamotten - Laborkittel, Schutzbrille, Stethoskop. Oder zieht euch euer gemütliches ‘Ich bin bereit, politisch aktiv zu sein, und eine Botschaft über den Bedarf an Wissenschaft in politischen Richtlinien zu senden’-Outfit an”, sagen sie.

Der “March for Science” soll erst der Anfang sein. “Wir haben nicht vor, das nach dem 22. April aufzuhören”, sagte Wissenschaftlerin Caroline Weinberg, die dem Organisationskomitee der Proteste angehört, der “New York Times”. “Für mich wäre es ein Versagen, wenn diese Bewegung und all die Leidenschaft nach dem 22. April verpufft.”

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