AfD-Parteitag in Köln: Demonstranten hindern Delegierte am Zutritt zum Maritim-Hotel

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  • Schon vor dem offiziellen Beginn des AfD-Parteitags kam es in Köln zu Ausschreitungen
  • Ein Delegierte wurde von einem Vermummten mit einer Holzlatte angegriffen
  • Dabei wurde ein Polizist verletzt
  • Im Video oben seht ihr Bilder zum Polizeieinsatz in Köln

Schon vor dem offiziellen Beginn des AfD-Parteitags kam es in Köln zu Ausschreitungen.

An den Polizeikontrollen vor dem Maritim-Hotel, in dem der Parteitag abgehalten wird, umringten Demonstranten Delegierte des Parteitags, um sie am Zutritt zu hindern.

Da der Zugang zum Gelände durch die Straßensperren nur zu Fuß möglich, treffen AfD-Mitglieder und Demonstranten unweigerlich aufeinander.

Dabei kam es auch zu Gewalt. In der Markmannsgasse griff etwa ein Vermummter einen AfD-Delegierten mit einer Holzlatte an, berichtet die Polizei.

Angriff mit einer Holzlatte

"Ein Polizist ging dazwischen und wurde durch den Schlag verletzt. Er bleibt heute dienstunfähig. Der AfD-Delegierte ist unverletzt. Der Täter konnte entkommen", heißt es.

Außerdem musste die Polizei eine Gruppe Linksextremer auflösen, die Delegierte einzeln umringte. Dabei kam es nach Augenzeugenberichten zu Gewalt.

Die Aussicht auf eine offene Konfrontation bei dem an diesem Samstag beginnenden AfD-Parteitag in Köln lässt die Parteispitze zunehmend nervös werden. Das Vorstandsmitglied Alice Weidel warb deshalb für mehr Geschlossenheit.

Aussicht auf Krawalle machen Parteispitze zunehmend nervös

Primärziel müsse es sein, "mit maximaler Fraktionsstärke in den Bundestag einzuziehen", sagte Weidel, die von Parteikollegen als eine von mindestens zwei Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl ins Gespräch gebracht wurde, in Köln.

"Alle anderen Belange sind diesem Ziel bedingungslos unterzuordnen." Bei einer Vorstandssitzung am Freitag in Köln hatte es nach Angaben aus Parteikreisen zuvor keine Einigung im wochenlangen Macht- und Richtungskampf gegeben.

Gegen den Parteitag der Rechtspopulisten sind mehrere Demonstrationen mit rund 50 000 Teilnehmern angemeldet. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) warb für friedliche Proteste.

"Rassismus und Antisemitismus müssen wir entschlossen widersprechen"

"Rassismus und Antisemitismus müssen wir entschlossen widersprechen", sagte Maas der Deutschen Presse-Agentur. "Friedliche Demonstrationen und Optimismus sind genau das richtige Signal gegen die Angstmacherei der Rechtspopulisten."

Er sagte aber auch: "Alle AfD-Mitglieder als Nazis zu beschimpfen oder den Parteitag zu blockieren, ist kein Gewinn für unsere Streitkultur." Gewalt dürfe niemals ein Mittel der politischen Auseinandersetzung sein. "Jede Form von Gewalt diskreditiert den friedlichen Protest."

Mehr zum Thema: Alle Entwicklungen in Köln im News-Blog

Mit Material von dpa

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(ks)

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