WIRTSCHAFT
22/04/2017 10:13 CEST

"Verbrauchertäuschung": Das wissen die wenigsten, die sich eine Bahncard 50 kaufen

Michaela Rehle / Reuters
"Verbrauchertäuschung": Das wissen die wenigsten, die sich eine Bahncard 50 kaufen

Offenbar können sich nicht mal die treuesten Kunden der Deutschen Bahn auf das Unternehmen verlassen. Denn Inhaber einer Bahncard 50 müssen teilweise mehr für ihr Zugticket bezahlen als Inhaber der Bahncard 25.

Das kommt zum Beispiel dann vor, wenn der Passagier Sparpreistickets bucht und statt der Fernbahnhöfe Haltestellen aus dem Regionalverkehr angibt. Denn die Bahn hat bezüglich der Bahncard 50 noch keinen Deal mit Betreibern des öffentlichen Nahverkehrs geschlossen - anders als bei der Bahncard 25.

Den Inhabern der Bahncard 50 fehlt der "+City"-Bonus, der eine Weiterfahrt mit Bus, U-Bahn und Co. einschließt.

Bahncard 50 weit teurer

Fährt man zum Beispiel vom Hamburger Hauptbahnhof in die Berliner Friedrichstraße, zahlt man als Bahncard-25-Kunde 21,75 Euro. Der Bahncard-50-Kunde zahlt jedoch 29 Euro.

Allerdings ist die Bahncard 50 um einiges teurer als die Bahncard 25. Während Kunden für die Bahncard 25 nur 62 Euro zahlen, müssen sie für die Bahncard 50 ganze 255 Euro berappen.

"Graubereich der Verbrauchertäuschung"

"Was die Bahn macht, ist mindestens im Graubereich der Verbrauchertäuschung", sagte der Grünen-Abgeordnetete Matthias Gastel dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Die Bahn solle das einhalten, was sie ihren Kunden verspreche. Nämlich eine prozentuale Ermäßigung der Tickets.

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Auch die Bahn reagierte auf die "Spiegel"-Anfrage: "Lei­der konn­ten wir be­züg­lich der An­er­ken­nung der Bahn­card 50 im Re­gio­nal­ver­kehr noch kei­ne Ei­ni­gung mit den pri­va­ten Ei­sen­bahn­un­ter­neh­men er­zie­len. Die Ver­hand­lun­gen dazu lau­fen noch.“

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(ll)

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