Studie: Wer mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt, hat ein nur halb so hohes Risiko, an Krebs zu erkranken

Veröffentlicht: Aktualisiert:
RAD
Tägliches Radfahren senkt das Risiko für Krebs- und Herzerkrankungen erheblich. | iStock
Drucken

Wer viel pendelt, der verbringt den Feierabend zu einem großen Teil damit, im Stau zu stehen oder sich mit Tausenden von anderen Pendlern in die öffentlichen Verkehrsmittel zu quetschen.

Doch dass das Berufspendeln nicht nur unangenehm, sondern auch äußerst gesundheitsschädigend ist, haben in der Vergangenheit bereits zahlreiche Studien gezeigt.

Fahrradfahren senkt das Risiko für Krebs und Herzerkrankungen

Ganz anders ist das bei Menschen, die den täglichen Arbeitsweg mit dem Fahrrad zurücklegen. Aus einer im "British Medical Journal“ veröffentlichten Studie geht nun hervor: Wer mit dem Fahrrad in die Arbeit pendelt, hat ein zu 45 Prozent geringeres Risiko an Krebs zu erkranken.

Noch etwas größer ist der Effekt offenbar bei Herzkrankheiten. Das Risiko, später an einer Herzkrankheit zu erkranken, ist den Forschern zufolge bei Fahrradpendlern um 46 Prozent geringer als bei Menschen, die täglich mit dem Auto oder der Bahn in die Arbeit fahren.

Die Wissenschaftler appellieren auch an die Politik

Ausschlaggebend für die Ergebnisse waren die Daten von 264.377 Menschen aus Großbritannien, die zu dem Zeitpunkt der Erhebung im Durchschnitt 53 Jahre alt waren.

Allerdings könnten noch keine "festen Schlussfolgerungen über Ursache und Wirkung aufgrund der Beobachtungen gezogen werden“, heißt es in der Studie.

fahrrad
Für viele Menschen in Großstädten ist das Fahrrad längst eine günstige Alternative zu Bus oder Bahn. Credit: Maximilian Marquardt

Ihre Untersuchungsergebnisse verbanden die Wissenschaftler mit einer direkten Aufforderung an die Politik: Es benötige mehr Fahrradwege und die Verkehrspolitik müsse sich stärker an den Bedürfnissen von Fahrradfahrern orientieren. Denn dies wirke sich schließlich auch positiv auf die Gesundheit der Bürger aus.

Insbesondere mit Hinblick auf die demografische Entwicklung der Gesellschaft sei es wichtig, dass die tägliche Dosis an Bewegung nicht auf ein noch niedrigeres Level absinke, heißt es abschließend in der Studie.

Positive Effekte für Berufstätige, die ihren Arbeitsweg zu Fuß zurücklegen, konnten die Wissenschaftler im Zusammenhang mit einem verringerten Krebsrisiko übrigens nicht feststellen.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(lk)

Korrektur anregen