AfD-Co-Chef Meuthen: Petry hat Anspruch auf Fraktionsvorsitz verloren

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FRAUKE PETRY
Meuthen: Petry hat Anspruch auf Fraktionsvorsitz verloren | JOHN MACDOUGALL via Getty Images
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  • AfD-Chefin Frauke Petry soll nach dem Willen parteiinterner Gegner auch nicht Fraktionsvorsitzende werden
  • Petry hatte zuvor angekündigt, auf eine Spitzenkandidatur in der Bundestagswahl zu verzichten
  • Die AfD ist seit Langem von Machtkämpfen zerrissen

AfD-Chefin Frauke Petry hat angekündigt, auf eine Spitzenkandidatur zu verzichten. Jetzt stellen Gegner innerhalb der Partei auch weitere Funktionen infrage. Wie "Spiegel Online" berichtet, sagte ihr Co-Vorsitzender Jörg Meuthen: "Es ist selbstverständlich, dass die Bundeschefin mit ihrem Rückzug auf den Anspruch auf den künftigen Fraktionsvorsitz verloren hat."

Bundesvorstand Armin Paul Hampel sagte dem "Spiegel": "Eine Parteivorsitzende, die sich weigert, im Spitzenteam bei so einer wichtigen Wahl mitzuarbeiten, gibt ihren Führungsanspruch in der Partei auf."

Petrys Entscheidung soll endgültig sein

Der nordrhein-westfälische AfD-Landesvorsitzende Marcus Pretzell hatte den Verzicht Petry auf die Spitzenkandidatur im Bundestagswahlkampf als endgültig bezeichnet. "Die Delegierten auf diesem Parteitag werden Frauke Petry nicht dazu bringen können, ihre mitgeteilte Entscheidung noch einmal zu überdenken", sagte Pretzell, der auch Ehemann Petrys ist, am Freitag im ARD-"Morgenmagazin". "Diese Entscheidung ist endgültig." Wichtiger als Personalien sei die Ausrichtung der Partei, sagte Pretzell.

Ein zweitägiger AfD-Bundesparteitag beginnt am Samstag in Köln, Tausende Gegendemonstranten werden erwartet. Petry will auf dem Parteitag eine Entscheidung über den künftigen Kurs der AfD erzwingen. Sie strebt eine Abstimmung über einen Antrag an, der festhält, dass die AfD mittelfristig koalitionsfähig werden und keine "Fundamentalopposition" betreiben will. Der Antrag hat für massiven Streit in der Führungsspitze gesorgt.

"Man kann die eine wie die andere Strategie am Ende als Partei einschlagen", sagte Pretzell. "Man kann aber nicht auf zwei Pferden gleichzeitig reiten." Die Partei werde sich an dieser Stelle entscheiden müssen, und diese Entscheidung sei überfällig.

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