Huffpost Germany

Bundesstaatsanwaltschaft zum BVB-Anschlag: Tatverdächtiger hatte offenbar keine Komplizen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
DORTMUND
Bundesstaatsanwaltschaft zum BVB-Anschlag: Tatverdächtiger hatte offenbar keine Komplizen | Maja Hitij via Getty Images
Drucken
  • Laut der Bundesanwaltschaft soll der Tatverdächtige zum Anschlag auf dem BVB-Bus allein agiert haben
  • Die Untersuchung der Sprengstoffs dauere noch an

Der 28-jähriger Sergej W. soll den Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund vergangene Woche allein begangen haben. Das teilte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Frauke Köhler, am Freitag mit.

Der Verdächtige werde am Freitag dem Bundesgerichtshof vorgeführt, wo über einen Haftantrag gegen den Mann entschieden wird.

Die Ermittler hätten bei Hausdurchsuchungen "Kommunikationsmittel" festgestellt. Diese hätten keine Anhaltspunkte für Mittäter oder weitere Gehilfen des Verdächtigen geliefert. Gänzlich ausschließen wollen die Ermittler mögliche Komplizen allerdings noch nicht.

Bei dem Festgenommenen soll es sich um den deutsch-russischen Staatsangehörigen Sergej W. aus dem Raum Tübingen handeln.

Untersuchung der Sprengsätze dauert noch an

Die Untersuchung der Sprengsätze dauere noch an. Die Ermittler könnten noch nicht abschließend mitteilen, welcher Sprengstoff bei dem Anschlag verwendet worden sei. Grund hierfür sei, dass die Sprengsätze komplett detonieren und der Sprengstoff komplett umgesetzt worden sei.

Verdächtiger soll auf Kursverfall spekuliert haben

Der Mann wollte offenbar auf fallende Aktienkurse des BVB wetten und damit Geld verdienen. Sein Angriff sollte wohl Spieler des BVB töten oder verletzen, um so die Aktie des Vereins abstürzen zu lassen.

Wie viel Geld der Verdächtige maximal an der Börse hätte gewinnen können, ist noch nicht klar. Das werde derzeit noch berechnet, sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft am Freitag.

Laut Berechnungen der "Wirtschaftswoche" hat der Verdächtige allerdings nur 2700 Euro eingesetzt, Berichte über einen Einsatz von 78.000 Euro und einen möglichen Millionengewinn seien demnach falsch. Der vermutliche Gewinn hätte für den Verdächtigen bei einem Kursverfall von 20 Prozent etwas mehr als 5000 Euro betragen.

Verdächtiger kaufte noch am Tag des Anschlags Derivate

Der 28-Jährige habe drei verschiedene Derivate auf die Aktie von Borussia Dortmund erworben - die meisten davon am Tag des Angriffs selbst, berichtete die Sprecherin der Bundesanwaltschaft.

Am vergangenen Dienstag waren in der Nähe des BVB-Mannschaftsbusses drei Sprengsätze explodiert. Ein Spieler wurde schwer am Arm verletzt, ein Polizist, der vor dem Bus herfuhr, erlitt ein Knalltrauma.

Mit Material der dpa

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg