Mit diesen mutigen Bildern zeigt eine 18-Jährige, wie es ist, unter Schizophrenie zu leiden

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SCHIZOPHRENIE
Das Malen ist für die junge Kate Fenner eine Form der Selbsttherapie. | Kate Fenner
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Eine junge Künstlerin hat eine Serie an aufwühlenden Bildern gezeichnet, um auf psychische Krankheiten aufmerksam zu machen. Sie möchte damit gesellschaftlichen Vorurteilen entgegentreten.

Die 18-jährige Kate Fenner leidet selbst an Schizophrenie. Die psychische Krankheit wurde bei ihr erst festgestellt, als sie 17 Jahre alt war. Davor hatten Ärzte ihre Symptome jahrelang falsch diagnostiziert.

Kate machen besonders die Angststörungen und Depressionen zu schaffen, die in Zusammenhang mit ihrer Krankheit stehen. Oft folgen darauf Halluzinationen, in denen sie imaginäre Käfer sieht und Stimmen hört.

Mit Kunst gegen Vorurteile

Die Jugendliche hofft, dass sie mit ihren Zeichnungen dem negativen Bild der Medien entgegenwirken kann, die psychische Erkrankungen wie Schizophrenie ihrer Ansicht nach oft in ein falsches Licht rücken.

"Ich finde, dass die Medien Menschen mit psychischen Krankheiten als Inkompetent, gewalttätig und faul darstellen,“ sagte sie der Huffington Post.

"Natürlich mag das auf manche Menschen zutreffen, doch die meisten, die ich kenne, sind das nicht. Den Medien fehlt ein objektiver Blick auf psychisch kranke Menschen.“

Die Medien rücken psychische Krankheiten in ein falsches Licht

Kate ist der Ansicht, dass die vorurteilsbehaftete Darstellung in den Medien psychisch Kranke in die soziale Vereinsamung treibt.

"Es führt dazu, dass viele Menschen Angst davor haben, offen über ihre Krankheit zu sprechen, weil sie befürchten von Freunden und Familie verachtet zu werden“, sagt sie.

"Ich weiß, dass es gewagt ist, wenn ich öffentlich über irgendwelche Käfer und Stimmen spreche, doch ich nehme dieses Risiko gerne in Kauf", sagt sie. "Psychische Krankheiten dürfen nicht weiter von der Gesellschaft tabuisiert werden."

"Mein Ziel ist es, Menschen zu inspirieren, offen über ihre Krankheit zu sprechen und sich Hilfe zu suchen und das öffentliche Bewusstsein im Hinblick auf diese Erkrankungen zu stärken.“

Fliegen, Spinnen und bedrohliche Stimmen

Viele von Kates Zeichnungen zeigen Fliegen, die repräsentieren sollen, wie "wertlos und unwichtig“ sie sich fühlt.

Auf anderen Skizzen zeigen wiederum sind Spinnen zu sehen. Sie sollen ihre Halluzinationen verdeutlichen. "Es fühlt sich oft so an, als würden Insekten aus meiner Haut krabbeln“, beschreibt sie ihre Symptome.

"Das Bild mit der Fliege und den Streichhölzern und dem Satz 'zünde alles an' basiert auf einer Stimme, die ich manchmal höre und die mir befiehlt, alles um mich herum niederzubrennen“, erzählt Kate.

Wenn Kate Menschen in ihrem Umfeld von den Stimmen erzählt, dann sind sie oft verwirrt und wissen nicht, was sie antworten sollen. Sie hofft aber, dass ihre Kunst daran etwas ändern wird.

Das Zeichnen ist für sie eine Form der Therapie. Sie hofft, dass ihre Kunst nun auch einen positiven Einfluss auf andere Menschen mit psychischen Problemen hat. "Ich hoffe, dass meine Kunst diejenigen anspricht, die sich alleine und verloren fühlen, sagt sie.

Mehr von Kate Fenners aufrüttelnden Bildern findet ihr auf ihrem Instagram-Account .

Dieser Text erschien in der Huffington Post UK und wurde von Maximilian Marquardt aus dem Englischen übersetzt.

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(lk)