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21/04/2017 06:11 CEST | Aktualisiert 21/04/2017 10:54 CEST

Anschlag auf BVB: Polizei nimmt Tatverdächtigen fest - das Motiv soll Geldgier sein

Maja Hitij via Getty Images
DORTMUND, GERMANY - APRIL 11: Police stand near the team bus of the Borussia Dortmund football club after the bus was damaged in an explosion on April 11, 2017 in Dortmund, Germany. According to police an explosion detonated as the bus was leaving the hotel where the team was staying to bring them to their Champions League game against Monaco. So far one person, team member Marc Bartra, is reported injured. (Photo by Maja Hitij/Getty Images)

  • Die Polizei hat einen Tatverdächtigen für den Anschlag auf den Mannschaftsbus des BVB festgenommen

  • Der 28-Jährige wollte mit dem Angriff viel Geld verdienen

  • Der Anschlag sollte einen Kurssturz der BVB-Aktie auslösen - durch Put-Optionen wollte der Mann davon profitieren

Es klingt unglaublich: Ein 28-Jähriger aus Baden-Württemberg soll den Anschlag auf Borussia Dortmund verübt haben, um einen Kurssturz der BVB-Aktie zu erreichen und so Geld zu gewinnen. Die Polizei hat den Mann am frühen Freitagmorgen festgenommen.

Das gab der Generalbundesanwalt am Freitagmorgen bekannt. Zuvor hatten die "Bild"-Zeitung und "Spiegel Online" darüber berichtet.

Wetten auf Kurssturz der BVB-Aktie

Der perverse Plan: Der Mann wollte offenbar mit sogenannten Put-Optionen sehr viel Geld verdienen. Dabei handelt es sich vereinfacht gesagt um Wetten auf fallende Kurse von Aktien. Der Mann plante offenbar, Spieler des BVB zu töten oder zu verletzen, um so die Aktie des Vereins abstürzen zu lassen. Er soll einen Kredit aufgenommen haben, um sich am 11. April 15.000 Optionsscheine zu kaufen. Wäre die BVB-Aktie stark gefallen, hätte der Mann ein Vielfaches seines Einsatzes herausbekommen.

Innenminister Thomas de Maizière (CDU) twitterte, sollten sich die Vorwürfe bestätigen, wäre das "ein besonders widerwärtiges Tatmotiv".

Die Ermittler kamen dem Mann auf die Spur, nachdem es einen Hinweis aus dem Finanzsektor sowie eine Anzeige einer Bank wegen des Verdachts auf Geldwäsche gegeben hatte.

Bei dem Festgenommenen soll es sich um den deutsch-russischen Staatsangehörigen Sergej W. aus dem Raum Tübingen handeln. Er wurde den Berichten nach gefasst, bevor er seine Arbeitsstelle in Rottenburg am Neckar erreichte. Derzeit sollen noch vier Hausdurchsuchungen laufen. Ihm wird versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt.

Laut Generalbundesanwalt wohnte er im selben Hotel wie die Fußballmannschaft. Er soll dort schon am 9. April ein Zimmer im Dachgeschoss mit Blick auf den Anschlagsort bezogen haben. Über die IP-Adresse des Hotels soll er auch die Optionsscheine gekauft haben.

Hochgefährliche Bomben

Am Dienstag vergangener Woche waren drei Bomben in der Nähe des Mannschaftsbusses platziert worden. Nach "Spiegel"-Informationen sollen der erste und dritte Sprengsatz nahe des Bodens wie geplant funktioniert haben. Der zweite Sprengsatz sei mit einem Meter über dem Boden jedoch zu hoch platziert gewesen, um seine verheerende Wirkung zu erzielen. Die Ladung soll über den Bus hinweg geschossen sein.

Laut Generalbundesanwalt wurden die Sprengsätze aber zeitlich "optimal" gezündet.

Bei dem Anschlag war der BVB-Spieler Marc Bartra schwer am Arm verletzt worden. Ein Polizist, der den Bus begleitete, erlitt einen Schock und ein Knalltrauma.

Tatsächlich hätte der Anschlag noch viel verheerender ausfallen können. Denn die Bomben waren mit sieben Zentimeter langen Metallstiften versehen, einer wurde noch in 250 Metern Entfernung gefunden. Einer der Stifte hatte sich in die Kopfstütze eines Sitzes im Bus gebohrt.

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(bp)

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