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20/04/2017 07:24 CEST | Aktualisiert 20/04/2017 07:36 CEST

In ihrer letzten Rede vor der Wahl kündigt Le Pen einen "nationalen Aufstand" an

Pascal Rossignol / Reuters
Marine Le Pen verschärft kurz vor der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl ihren Ton

  • Drei Tage vor der französischen Präsidentschaftswahl liefern sich die Kandidaten in Umfragen weiter ein enges Rennen

  • Der Sozialliberale Emmanuel Macron und die Rechtspopulistin Marine Le Pen lagen zuletzt weiter vorn

  • Die Front-National-Chefin fordert jetzt das "Gift" der radikalen Islamisten "auszurotten"

Am kommenden Sonntag steht die erste Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich an. Vorne liegen weiter der sozialliberale Emmanuel Macron und Marine Le Pen vom Front National.

Die Rechtspopulistin hatte ihre Aussagen zuletzt stärker zugespitzt, nachdem sie in Umfragen hinter Macron zurückgefallen war.

Mit ihrer letzten Wahlkampfrede in Marseille vor der Abstimmung provozierte Le Pen weiter. Sollte sie in den Elysee-Palast gewählt werden, versprach sie einen "nationalen Aufstand". Im nächsten Atemzug bezeugte sie, dass dieser allerdings friedlich und demokratisch stattfinden müsste.

Nur so könne das Land seine Bürger zurückbekommen, wie die "Welt" berichtet. Doch damit nicht genug. Sie forderte zudem, dass das "Gift" der radikalen Islamisten "ausgerottet" werden müsse.

Le Pen will aus dem Schengen-Raum austreten

Auch ihrem Groll gegenüber der Europäischen Union machte Le Pen weiter Luft. Ihre erste Amtshandlung werde es sein, Frankreich aus dem Schengener Abkommen zu lösen. Die Republik müsse ihre Grenzen zurückbekommen - denn diese seien ein "Sieb" für Terroristen, die momentan wie Touristen durch Europa reisen würden.

Seit 2015 ist Frankreich im Ausnahmezustand. Nach mehreren islamistischen Anschlägen sind die Sicherheitsvorkehrungen massiv verschärft worden. Über 230 Menschen sind bei terroristischen Attentaten in der Republik seit Anfang 2015 ums Leben gekommen.

Mehr zum Thema: Brief an meinen Neffen, der den Front National bei den Präsidentschaftswahlen wählen will

Ihre letzte Wahlkampfrede in Marseille abzuhalten, ist ein cleverer Schachzug der Rechtspopulistin. Am Dienstag hatten Sicherheitskräfte in der Hafenstadt zwei mutmaßliche Terroristen festgenommen. Sie sollen einen Angriff bei der Wahl geplant haben.

Eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage von Ipsos-Sopra Steria sah Macron bei 23 Prozent und Le Pen bei 22,5 Prozent. Der Konservative François Fillon lag bei 19,5 Prozent, der Linke Mélenchon bei 19 Prozent. Allerdings hätten sich 28 Prozent der befragten Wähler noch nicht endgültig entschieden.

TV-Debatte mit allen Kandidaten am Donnerstagabend

Wenn bei der ersten Runde am Sonntag wie erwartet kein Kandidat mehr als 50 Prozent der Stimmen bekommt, treffen die zwei stärksten Bewerber in der entscheidenden Stichwahl am 7. Mai aufeinander.

Am heutigen Donnerstagabend treffen alle elf Bewerber zum letzten Mal in einer Fernsehsendung aufeinander. Allerdings gibt es keine echte Debatte. Stattdessen führen Journalisten des Senders France 2 nacheinander Einzelinterviews mit den Politikern. Jeder Kandidat hat 15 Minuten Zeit, um sein Programm vorzustellen.

Die ursprünglich geplante Debatte war geplatzt, da mehrere Kandidaten Bedenken gegen einen direkten Schlagabtausch so kurz vor dem ersten Wahlgang am Sonntag angemeldet hatten.

Mit Material von dpa

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