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"Dass dieser verblödete Schrott gesendet wird": Eltern wüten gegen Kindersender Kika

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KINDERKANAL
Der Kinderkanal hat seit neuestem eine Seite bei Facebook | Kinderkanal/Facebook
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Gerade ist Kika 20 Jahre alt geworden - und genau zu diesem runden Geburtstag gibt es für den Kinderkanal der ARD und des ZDF Ärger. Die Macher haben ein wohlbekanntes Format - die Teletubbies - wieder ins Abendprogramm aufgenommen. Und darüber regen sich zahlreiche Eltern nun gewaltig auf.

Seit wenigen Tagen erst hat der Kinderkanal eine eigene Facebookseite. KiKAfuerdich richtet sich dabei freilich nicht an das Zielpublikum des Senders, nämlich Kinder von 3 - 13 Jahren, die noch nicht alt genug sind, die soziale Plattform zu nutzen. Vielmehr sollen die Eltern über das Programm des Senders informiert werden.

Viele Eltern hinterließen empörte Kommentare auf der Facebookseite von Kika

Als Kika am 15. April in einem Facebook-Post bekannt gab, dass in den nächsten Wochen die Sendung “Die Teletubbies” wieder Teil des Programms ist, gab es dort prompt heftige Reaktionen.

Ein Nutzer schrieb: ”Für ein öffentlich-rechtliches Programm mit Bildungsauftrag eine Unverschämtheit. Und dann noch direkt vor dem Sandmännchen.”

Ein anderer Nutzer kommentierte: “Ehrlich wollt ihr die Kinder verblöden? Jedes Kind mit 3 Jahren kann sich besser artikulieren. Das ist vom Niveau für Kinder, die 3-6 Monate alt sind und in dem Alter noch kein tv schauen sollten. Nehmt euch doch einfach die Kommentare zu Herzen und bringt was anderes.”

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"Teletubbies - totale Verblödung"

Andere Eltern wurden sogar noch heftiger. Ein Nutzer empörte sich: “Für diesen geistigen Dünnschiss sollen wir auch noch zahlen?! Wir zahlen ernsthaft für die Verdummung unserer Kinder.”

”Vielen Dank, dass Ihr die TOTALE VERBLÖDUNG wieder ausgegraben habt", schimpfte ein andere. "So kann ich meinem Sohn mal zeigen, was die Öffentlich Rechtlichen Sender so von unseren Kindern halten.”

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Der Ton ist schärfer geworden

Dass der Ton allgemein schärfer geworden ist, bestätigt der Programmgeschäftsführer Michael Stumpf.

Allgemein gibt es ihm zufolge immer mehr Kritik. “In den Spitzen ist es schwer zu ertragen”, sagte er der “Süddeutschen Zeitung”.

Der Kontakt zu den Eltern hat sich in den letzten Jahren intensiviert und es gibt zunehmend Kommentare, die sich zum Programm des Senders äußern.

Matthias Huff, Redaktionsleiter der Informationsprogramme bei Kika, sagte gegenüber der "Süddeutschen Zeitung": "Es prägt unsere Arbeit ganz unmittelbar, dass sich Leute im Netz sehr schnell zusammenschließen können."

Eltern fordern, dass die Teletubbies aus dem Programm genommen werden

Was die Teletubbies angeht, scheinen sich die kommentierenden Eltern bei Facebook weitgehend einig zu sein. Viele fordern, dass die Sendung gänzlich aus dem Programm genommen werden soll. Der Sender lehnt das auch aus ökonomischen Gründen ab.

Während bei den meisten Eltern darüber pure Empörung vorherrscht, hat immerhin eine Nutzerin eine gute Idee zur Lösung des Problems: “Da hilft nur 10 Minuten den Fernseher ausmachen und zum Sandmännchen wieder an!”

Bis zum 5. Mai müssen nun wohl viele Kinder die zehn Minuten vorm Sandmännchen fernsehfrei verbringen. Dann wechselt das Format und alle um den Intellekt ihrer Kinder besorgten Eltern können aufatmen.

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(lk)