Journalistin der "Süddeutschen Zeitung" lobt überraschend Donald Trump - für diese Maßnahme

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DONALD TRUMP
Journalistin der "Süddeutsche Zeitung" lobt überraschend Donald Trump - für diese Maßnahme | Kevin Lamarque / Reuters
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  • Die "Süddeutsche Zeitung" hat Verständnis für Donald Trumps rigide Einwanderungspolitik
  • Das derzeitige System erlaube es den Firmen, unterbezahlte Ausländer ins Land zu bringen

Ob der Bau einer Grenzmauer zu Mexiko oder der Einwanderungsstopp für Muslime: Donald Trump wird international immer wieder scharf kritisiert für seine Einwanderungspolitik.

Nun wagt sich überraschenderweise die "Süddeutsche Zeitung" in einem Kommentar in die andere Richtung: Die "SZ"-Journalistin Kathrin Werner zeigt Verständnis für Trumps Vorgehen.

Donald Trump hat diesen Dienstag ein Dekret unterzeichnet, das ausländischen Fachkräften erschweren soll, ein Arbeitsvisum zu bekommen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" schreibt, sei dieses Vorgehen zwar "zutiefst unamerikanisch".

Denn Menschen aus fernen Ländern, die gut sind und hart arbeiten, hätten die Vereinigten Staaten zu dem gemacht, was sie sind.

Notwendiges Signal von Donald Trump

Doch für die "Süddeutsche Zeitung" hätte Donald Trump es viel schlechter machen können, nämlich dann, wenn er die Visumsvergabe gedeckelt hätte. Stattdessen habe er mit dem Dekret zur notwendigen Reform des Einwanderungssystems aufgerufen.

Und dieses sei tatsächlich ungerecht, schädlich für die USA und reformbedürftig. Denn derzeit seien Outsourcing-Firmen die größten Profiteure.

"Wenn Unternehmen einen Teil ihrer IT-Abteilung auslagern, heuern sie Firmen wie Tata oder Infosys an, die Visa vor allem für gut ausgebildete Inder beantragen. Die arbeiten in den USA für deutlich geringere Löhne und sind von ihren Arbeitgebern abhängig", heißt es in dem Kommentar.

Inder und Gewinne gehen zurück ins Heimatland

Für diese Ausländer sei keine Zukunft in den USA vorgesehen. Die Gewinne überwiesen die Outsourcing-Firmen zurück an ihre Zentralen, meist in Indien.

Die "Süddeutsche Zeitung" stört sich auch daran, dass im derzeitigen System die Visa per Lotterie vergeben werden. Das führe zu Ungerechtigkeiten.

Für die Zeitung ist klar: "Die USA brauchen also ein besseres System. Wenn Trumps Dekret dazu führt, hat er Gutes bewirkt - auch wenn er Protektionismus im Sinn haben dürfte."

Neue Fachkräfte braucht das Land

Das Einwanderungssystem müsse so verbessert werden, dass nicht weniger, sondern bessere Fachkräfte ins Land kommen. Fachkräfte mit besserer Ausbildung und höherem Lohn, die vielleicht gar für immer in den USA bleiben.

Die Geschichte der USA habe es bereits gezeigt: Gut qualifizierte Einwanderer brächten gute Ideen und Wachstum. Davon profitiere letztlich die US-Volkswirtschaft.

Noch bleibt aber abzuwarten, ob es Trump wirklich schafft, das Einwanderungssystem besser und gerechter zu machen. Oder ob der US-Präsident mit seinen Entscheidungen sein Land nicht weiter abschottet.

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