Huffpost Germany

Noch in diesem Jahr will Aeromobil sein erstes fliegendes Auto verkaufen

Veröffentlicht: Aktualisiert:
AEROMOBIL
Aeromobil hat in Monaco sein neues fliegendes Auto vorgestellt. | VALERY HACHE via Getty Images
Drucken
  • Die slowakische Firma Aeromobil hat ein fliegendes Auto vorgestellt
  • Das Gerät wird über eine Million Euro kosten
  • Das Vorgängermodell stürzte 2015 noch ab

Verkehrsstaus sind ein großes Ärgernis. Geht es nach den Plänen einer slowakischen Technologiefirma, können wir den nächsten Stau bald einfach überfliegen. Am Donnerstag stellte das Unternehmen Aeromobil ein fliegendes Auto in Monaco vor.

Dieses ist mit Flügeln ausgestattet, die sich zurückklappen lassen - wie bei einem Insekt. Ein Hybridmotor und ein Propeller im hinteren Teil verleihen dem Gerät den nötigen Schub, um durch die Luft zu düsen.

Bereits dieses Jahr soll es möglich sein, das fliegende Auto vorzubestellen. Doch: Nicht jeder wird damit fliegen können. Denn der Preis des futuristischen Autos hat es in sich. Zwischen 1,2 und 1,5 Millionen Euro soll das Fahrzeug nämlich kosten.

Nur für geübte Piloten

Und natürlich darf sich nicht jeder einfach so ins Cockpit setzen. Nur wer eine Pilotenlizenz hat, wird mit der slowakischen Wundermaschine abheben können.

"Ich denke, das Auto wird ein Nischenprodukt werden", sagt Philip Mawby, Elektrotechnik-Ingenieur der Universität Warwick.

Aeromobil ist nicht das einzige Unternehmen, das Motorfahrzeuge in die Luft schicken will. Andere Firmen arbeiten ebenfalls an fliegenden Autos. Einige setzen dabei wie Aeromobil auf Zweisitzer, die eine Start- und Landepiste benötigen.

Andere Unternehmen wollen Geräte auf den Markt bringen, die wie Helikopter senkrecht starten und landen.

Doch sei es unwahrscheinlich, dass diese Firmen ihre lufttauglichen Vehikel tatsächlich in nächster Zeit auf den Markt bringen werden, sagt Philip Mawby.

"Wir haben die Technologie... Aber das Schwierig wird es sein, die fliegenden Autos so zu gestalten, dass sie den Menschen einen Nutzen bringen und für sie auch erschwinglich sind", sagt er.

Umkämpfter Luftraum

Noch ist nicht klar, wie wir den Luftraum so organisieren können, dass in Zukunft zahlreiche solcher Vehikel durch den Himmel düsen können.

Vorerst bedeute das, dass fliegende Autos zwar durchaus ein Produkt für Menschen sein können, die eine große Fläche an privatem Land besitzen, auf dem sie dann zur Erholung in der Freizeit herumfliegen, bemerkt Philip Mawby.

Aber es sei unwahrscheinlich, dass die Geräte in der näheren Zukunft zum Produkt für die breite Masse würden.

Das Gerät von Aeromobil kommt auf der Straße etwa 100 Kilometer weit und hat eine Höchstgeschwindigkeit von 160 Kilometer pro Stunde.

Von München nach Schottland

Im Flugmodus befördert es den Piloten bis zu 750 Kilometer weit. Mit dem Aeromobil käme man also etwa von München aus bis nach Schottland. Nur drei Minuten braucht das Aeromobil, um die Flügel auszuklappen und das Auto in ein Flugzeug zu verwandeln.

"Ihr könnt das Aeromobil als normales Auto verwenden", verspricht Juraj Vaculik, Mitgründer und CEO der slowakischen Firma. Allerdings wäre es heute noch nicht legal, direkt von der Autobahn aus abzuheben.

Bereits im Jahr 2014 stellte die Firma ein Fluggerät vor. Doch stürzte dieses 2015 während eines Testfluges in der Slowakei ab. Stefan Klein, der Erfinder des AeroMobil, überlebte die Bruchlandung mit kleineren Blessuren.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(ll)