Wieso der Aktienkurs dieser Firma in wenigen Monaten um 9800 Prozent gestiegen ist

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STOCK HONG KONG
In Hong Kong soll es zahlreiche "Papier-Milliardäre" geben. | VCG via Getty Images
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  • Die Aktien einer Hongkonger Firma haben innerhalb nur eines Jahres um 9800 Prozent an Wert gewonnen
  • Das macht einen ehemaligen Fischhändler zum Multimillionär
  • Doch sein Vermögen existiert vorerst nur auf dem Papier

Wong Wing Wah hat einen kometenhaften Aufstieg hingelegt - zumindest auf den ersten Blick. Der Hongkonger begann als einfacher Fischhändler, gründete später eine Ingenieurbaufirma.

Diese brachte er im vergangenen Jahr an die Börse. Und: Die Aktienkurse seiner Firma "Luen Wong Group Holdings Ltd" gingen schon bald durch die Decke. In nur wenigen Monaten schnellte der Kurs um 9800 Prozent hoch, wie die Nachrichtenagentur "Bloomberg" berichtet.

Won und ein Partner besitzen fast alle Aktien der Firma. Dank dem Kursfeuerwerk wurden sie innerhalb weniger Monate zu Multimillionären. Ihre Aktien haben heute einen Wert von einer Milliarde US-Dollar.

Aktien nur auf den ersten Blick wertvoll

Zumindest auf dem Papier ist Wong Wing Wah nun sehr vermögend. Allerdings dürfte es für ihn schwierig werden, den Reichtum auch in Luxusjachten, Villen und Sportwagen umzumünzen. Denn wie "Bloomberg" berichtet, ist der wahre Wert seines Aktienpaketes wohl viel kleiner.

Seine Titel gehören zu den sogenannten Small-Cap-Aktien an der Hongkonger Börse. Das sind Wertpapiere, die zwar gehandelt werden, deren Handelsvolumen und Marktkapitalisierung aber gering sind. Zudem sind die Aktien oft im Besitz von nur wenigen Investoren. Beobachter sprechen von einem "engen Markt".

Das führt dazu, dass bereits einige wenige Käufe oder Verkäufe der Titel den Aktienkurs nach oben oder unten schießen lassen können. Selbst wenn ein Investor einen Kauf- oder Verkaufsauftrag an die Börse übermittelt, ohne dass es tatsächlich zu einem Abschluss kommt, kann dies Auswirkungen auf den Aktienkurs haben. Insbesondere in einem "engen Markt" kann bereits ein einziger solcher Auftrag den Aktienkurs stark beeinflussen.

Denkbar ist auch, dass die Firmenbesitzer bei einem "engen Markt" verschiedene Mittel - "Bloomberg" ist hier wenig konkret - nutzen, um den Wert ihrer Firma künstlich nach oben zu treiben.

Viel zu teuer für die Investoren

"Bloomberg" berichtet, das seien wahrscheinlich die Gründe, weshalb Wongs Aktien innerhalb kurzer Zeit um 9800 Prozent zulegen konnten. Würde Wong nun versuchen, seine Titel an der Börse zu verkaufen, wäre es sehr unwahrscheinlich, dass sich ein Käufer finden lassen würde, der die Papiere zum aktuellen "Kurs" übernimmt. Vielmehr dürfte der Aktienkurs wohl stark einbrechen.

Gerade an der Hongkonger Börse soll es zahlreiche solcher "Dollar-Milliardäre" geben, schreibt "Bloomberg".

"Viele dieser Leute sind auf dem Papier sehr reich", sagt Philippe Espinasse, der frühere Chef für Aktienkapitalmärkte Asien bei Nomura Holdings.

"Doch sollten sie ihre Aktien verkaufen, ist es ausgeschlossen, dass sie in der Lage sein werden, die Börsenkurse zu realisieren."

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(lp)