Die Grünen im freien Fall - Partei bekommt niedrigsten Wert seit 15 Jahren in Forsa-Umfrage

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ECKARDT
Grünes Spitzenduo: Katrin Göring-Eckardt und Cem Özdemir | Steffi Loos via Getty Images
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  • Die Grünen stürzen in Umfragen weiter ab
  • Ihre Werte liegen mittlerweile fast auf einem historischen Tiefpunkt
  • Die Partei wirkt ratlos

Die Grünen befinden sich in den Umfragen im freien Fall - und die Partei scheint ratlos, was zu tun ist.

Im aktuellen stern-RTL-Wahltrend kommt die Öko-Partei auf jetzt sechs Prozent und verliert einen Punkt - das ist ihr schlechtester Wert seit August 2002. Auch bei der Landtagswahl in NRW droht der Partei ein Desaster. Auch dort liegt die Partei laut neuesten Umfragen bei sechs Prozent - innerhalb eines Jahres hat sich der Wert halbiert.

Damit müssen die Grünen um den Einzug in den Bundestag und das Landesparlament in Düsseldorf zittern.

Die Grünen verlieren sich im Klein-Klein

Über die Gründe für den Absturz rätseln Politikexperten und die Granden der Partei. Co-Chefin Katrin Göring-Eckardt erklärte zuletzt etwas flapsig, dass die Themen der Partei aktuell nicht mehr "der heiße Scheiß" seien.

Wahr ist: Die Kernthemen der Grünen - Umweltschutz und eine tolerante und zukunftsorientierte Gesellschaft - gehören heute zur politischen Grundausstattung aller Parteien.

Und wahr ist auch: Die Grünen schaffen es nicht, ihre Kernthemen in die aktuelle Lage zu übersetzen. Was ist mit einem optimistischen Blick in die Zukunft? Was ist mit einem Steuer- und Rentensystem, das den jungen Menschen in Deutschland hilft? Eine Familienpolitik, die mehr ist als bloße Geldgeschenke, wie sie Union und SPD planen?

Fehlanzeige.

Stattdessen verlieren sich die Grünen im Klein-Klein.

Mit Recycling in den Umfragen nach oben? Das wird nicht klappen

Das zeigte zuletzt ein Interview mit Göring-Eckardt in der "Bild am Sonntag" überdeutlich. Wie Göring-Eckardt das Image der Grünen aufpolieren wolle, fragten die Journalisten? Ihr Vorschlag: "Wir Grünen wollen ein bundesweit einheitliches Müll- und Recyclingsystem. Wir wollen die deutschlandweite Wertstofftonne einführen."

Diese Idee hat ungefähr den politischen Sex-Appeal von Jürgens Trittins Dosenpfand. Der Unterschied von heute zu damals: Als Trittin mit der Dosenpfand kam, waren die Grünen schon in der Regierung.

Bei solchen Vorschlägen überrascht es nicht, dass ein Meinungsforscher des Instituts Allensbach den Grünen kürzlich ein schweres Image-Problem attestierte.

Die Deutschen nähmen die Partei als uncool, unsympathisch und belehrend wahr. Ihnen fehle es an einer mitreißenden Vision, die die Menschen wieder daran erinnert, warum sie den Grünen ihre Stimme geben sollten.

Göring-Eckardts angedachte Müll-Reformen werden daran wohl nichts ändern. Den Beweis liefern die aktuellen Umfragen.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

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(ujo)