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18/04/2017 21:17 CEST | Aktualisiert 20/04/2017 22:17 CEST

CDU-Präsidiumsmitglied Spahn: "Homosexuelle Partnerschaften werden eher akzeptiert als vollzeiterziehende Mütter"

Thomas Trutschel via Getty Images
CDU-Präsidiumsmitglied Spahn: "Homosexuelle Partnerschaften werden eher akzeptiert als alleinerziehende Mütter"

  • In einem Interview hat CDU-Politiker Spahn das schlechte Ansehen vollzeiterziehende Mütter beklagt

  • Homosexuelle Partnerschaften seien in manchen Kreisen akzeptierter

  • Er verneint, in Deutschland gäbe es ein Gerechtigkeitsproblem

CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn beklagt in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" das schlechte gesellschaftliche Ansehen vollzeiterziehende Mütter. "Die Gleichstellung homosexueller Partnerschaften hat in manchen Kreisen inzwischen mehr Akzeptanz als die vollzeiterziehende Mutter“, sagt er.

Beides habe Respekt verdient, stellt der homosexuelle Politiker klar. Doch "mehr Family-Mainstreaming statt immer nur Gender-Mainstreaming wäre mal was."

Der CDU-Politiker warnt weiter vor einem "durchökonomisierten Familienbild" mit dem Ziel, junge Mütter und Väter möglichst schnell zurück an den Arbeitsplatz zu bringen. Die Union werbe für die Wahlfreiheit der Eltern. Sie sollten sich für die schnelle Rückkehr in den Beruf oder die Familie entscheiden können.

CSU-Chef Horst Seehofer hat beispielsweise ein Konzept vorgelegt, mit dem jungen Paaren finanziell unter die Arme gegriffen werden soll. Egal, ob sie sich einen Kinderwagen oder sonstige Babyausstattung anschaffen.

Außerdem will die Union Steuererleichterungen für Eltern schaffen: Aus dem Ehegattensplitting soll ein Familiensplitting werden, das sich an der Zahl der Kinder orientiert.

"Nie ging es dem Land besser"

Auch über das vermeintliche Gerechtigkeitsproblem in Deutschland äußert sich Spahn im Gespräch mit der "FAZ". SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat in seinem Wahlkampf das Thema Gerechtigkeit auf die Agenda gesetzt.

Spahn verneint jedoch, dass es in Deutschland hier Defizite gebe. Er sagt: Es gibt ein "Problem mit der Wahrnehmung von Wirklichkeit". 90 Prozent der Weltbevölkerung würden "morgen" mit jedem in Deutschland tauschen.

In den vergangenen Jahren seien Millionen neue Jobs entstanden, Löhne und Renten gestiegen. "80 bis 90 Prozent der Deutschen sagen, ihnen persönlich gehe es gut oder sehr gut", sagt Spahn. Er wage zu behaupten: "Nie ging es dem Land besser."

Mehr zum Thema: Ich bin eine alleinerziehende Mutter, arbeite Vollzeit - und bin trotzdem arm

Hinweis: In einer früheren Version war von alleinerziehenden Müttern die Rede. CDU-Politiker Jens Spahn spricht aber von vollzeiterziehenden Müttern, also Ehefrauen, die sich dafür entscheiden, nicht berufstätig zu sein. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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(poc)

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