Ikea schafft mit einem Projekt in Jordanien Arbeitsplätze für Flüchtlinge

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REFUGEE CAMP JORDAN
Die Möbelhauskette Ikea setzt sich mit nachhaltigen und sozialen Projekten für Flüchtlinge und benachteiligte Menschen ein | Ammar Awad / Reuters
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  • Die schwedische Möbelhauskette Ikea startet in Flüchtlingscamps in Jordanien ein nachhaltiges Projekt
  • Damit sollen Arbeitsplätze für Flüchtlinge, aber auch für jordanische Einwohner geschaffen werden
  • Das Ziel: bis zu 200.000 benachteiligten Menschen eine Zukunftsperspektive ermöglichen

Die schwedische Möbelhauskette Ikea plant für diesen Sommer in Flüchtlingscamps in Jordanien ein Projekt. Syrische Flüchtlinge sollen in Handarbeit Produkte herstellen, Designer werden extra eingeflogen und die Hilfsorganisation “Jordan River Foundation” steht als Partner zur Seite.

Mit dem nachhaltigen Projekt will Ikea zum einen syrischen Flüchtlingen und und zum anderen den benachteiligten Bürgern in Jordanien eine Zukunftsperspektive bieten und Arbeitsplätze schaffen, wie das britische Designmagazin "dezeen” berichtet.

Dafür werden in Jordanien gerade extra Produktionsstätten in der Nähe der Flüchtlingscamps geschaffen, damit das Projekt noch in diesem Sommer starten kann. Dort sollen handgefertigte Produkte wie Teppiche, Kissen und Decken hergestellt werden. Ein ausgewähltes Team von Designern wird nach Jordanien fliegen und dort eine Auswahl von Produkten vorstellen.

Die handgefertigte Produkte werden dann zunächst bei Ikea in der jordanische Hauptstadt Amman angeboten, bevor sie auf der ganzen Welt verkauft werden sollen.

Die jordanische Königin Rania unterstützt das Projekt

Ikea arbeitet bei diesem Projekt eng mit der jordanischen Hilfsorganisation “Jordan River Foundation” zusammen, die unter anderem von der jordanischen Königin Rania gefördert wird. Diese Organisation wird vor Ort die Arbeiter einstellen - für den Projektstart wären das insgesamt 100 Arbeiter.

“Die 200.000 sind ein langfristiges Ziel. Es wird vermutlich zehn bis 15 Jahre dauern. Diese Menschen sind unsere zukünftigen Arbeitskräfte”, sagte Jesper Brodin, General Manager, Range and Supply von Ikea, gegenüber “dezeen”.

Mit traditionellem Handwerk soll der kulturelle Stolz der Menschen bewahrt werden

“Wir möchten gerne die lokalen Techniken und das Wissen mit in unsere Produkte einbauen. Es sollen nicht zwangsweise rein traditionelle Produkte hergestellt werden, vielmehr soll eine neue Ausdrucksform geschaffen werden. Mit der Verbindung von traditionellem Handwerk und neuen Ideen soll der kulturelle Stolz der lokalen Arbeitskräfte behalten werden. Außerdem schaffen wir ein Sprungbrett für diejenigen, die ihr eigenes Geschäft aufbauen möchten“, sagte Brodin im Gespräch mit “dezeen”.

2015 lag die Flüchtlingszahl in Jordanien bei über 600.000 Menschen

Jordanien ist laut einem Bericht der “UNO-Flüchtlingshilfe” eines der sechs Länder, das am meisten Flüchtlinge aufgenommen hat - im Jahr 2015 lag die Zahl der Flüchtlinge in Jordanien bei 664.100.

Neben der Initiative in Jordanien treibt Ikea auch weitere soziale Projekte für benachteiligte Menschen auf der ganzen Welt voran und setzt sich beispielsweise für das Recht von benachteiligten Frauen in Indien ein.

Die Möbelhauskette hat sich zum Ziel gesetzt, mit verschiedenen sozialen und nachhaltigen Projekten mehr als 200.000 Menschen auf der ganzen Welt zu unterstützen. Dabei arbeitet IKEA immer mit den lokalen Organisationen zusammen, welche das Projekt vor Ort betreuen und Aspekte wie gute Arbeitsbedingungen und die Qualität der Produkte sichern.

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(ujo)

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