"Lügen, Bettgeschichten, Erpressungsversuche": AfD-Mitgründer Adam greift die eigene Partei an

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"Lügen, Bettgeschichten, Erpressungsversuche": AfD-Mitgründer Adam greift die eigene Partei an | Thomas Lohnes via Getty Images
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  • Der AfD-Mitgründer Konrad Adam bemängelt moralische "Verirrungen“ in der Partei
  • Die AfD-Kandidaten gehörten oft nicht in den Bundestag
  • Außerdem vergleicht er Frauke Petry mit Stalin

Der Mitgründer und frühere AfD-Bundesvorsitzende Konrad Adam fällt der eigenen Partei in den Rücken: Im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" kritisierte er, von den Bundestagskandidaten der AfD gehöre "jeder Zweite bis Dritte“ nicht in den Bundestag.

Bei der Aufstellung der Bundestagskandidaten habe es in vielen Bundesländern "Unregelmäßigkeiten, Fehler und Satzungsverstöße gegeben", sagte Adam gegenüber der Zeitung.

Für die AfD sehe er jetzt nur drei Möglichkeiten: "Entweder die Partei sorgt selbst für Ordnung. Wenn sie das nicht tut, wird hoffentlich der zuständige Wahlleiter tätig. Wenn der es auch nicht tut, müssen es die Wähler besorgen."

Moralische "Verirrungen"

Der AfD-Mitgründer bemängelte außerdem moralische "Verirrungen“ in der AfD.

So unterhalte etwa die Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt das ganze Land mit "unappetitlichen Themen". Adam wurde auch konkret: "Da geht es um Lügen, Bettgeschichten, Erpressungsversuche und ähnliches", sagte er gegenüber der "FAZ".

Auch an der Parteivorsitzenden Frauke Petry ließ der AfD-Altherr kein gutes Haar: Ihren Vorstoß zur Realpolitik, der Ende der Woche auf einem Parteitag zur Abstimmung steht, verglich er mit Säuberungen "unter Stalin“.

Die AfD-Chefin will beim Partei darüber abstimmen lassen, ob die Partei koalitionstauglich werden - oder weiterhin eine strikte Oppositions- und Protestpartei bleiben soll.

"Zigeuner der Macht“

Über Petrys Ehemann Marcus Pretzell sagte Adam im "FAZ"-Beitrag, dieser sei ein "Zigeuner der Macht“.

Die AfD müsse ihren Kurs nun korrigieren. Ansonsten müsse man Angst um Deutschland haben, würde man das Land der AfD anvertrauen.

Ob er die Partei bei der Bundestagswahl wählen werde, wollte Adam der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" nicht verraten.

Sein Interview ist ein weitere Beweis, wie sehr es bei den Rechtspopulisten brodelt. Zuletzt hatte der ehemalige AfD-Mitarbeiter Michael Klonovsky AfD-Chefin Petry und ihren Ehemann Macrus Pretzell scharf attackiert.

Vor der Bundestagswahl im September droht die AfD zu zersplittern.

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(ll)