Erdogan führt eine Autokratie ein - Trump greift zum Hörer und gratuliert

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  • Der amerikanische Präsident hat Erdogan zum Sieg beim Verfassungsreferendum gratuliert
  • Er fällt damit seinen europäischen Verbündeten in den Rücken
  • Die meisten Staaten Europas hatten die Verfassungsänderung massiv kritisiert
  • Im Video oben erklären wir das Thema in 60 Sekunden

Mit einem Telefonat düpiert US-Präsident Donald Trump seine europäischen Verbündeten. Er hat dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan zum Ausgang des Verfassungsreferendums gratuliert. Trump habe dem türkischen Präsidenten am Montag telefonisch Glückwünsche überbracht, teilte das Weiße Haus am Montagabend mit.

Trumps Gratulation ist ungewöhnlich. Dass Staatschefs ihren Amtskollegen Glückwünsche zu einer gewonnenen Wahl überbringen, ist üblich. Doch bei dem Referendum vom Sonntag ging es nicht um Erdogans Amt, sondern eine Verfassungsänderung.

Die wurde von den Regierungen der meisten europäischen Staaten massiv kritisiert. Zudem gab es massive Vorwürfe von Wahlbeobachtern. Bisher kein andere Politiker aus dem Westen Erdogan Glückwünsche ausgesprochen.

Spicer äußerte sich sehr vorsichtig zum Referendum

Zuerst hatte die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu über das Telefonat berichtet. Trumps Sprecher Spicer hatte sich am Nachmittag noch zurückhaltend zum Ausgang des Referendums geäußert.

"Es gibt eine internationale Kommission, die das untersucht und in zehn bis zwölf Tagen ihren Bericht veröffentlichen wird. Wir werden warten und sie ihren Job machen lassen", sagte er mit Blick auf die OSZE-Kommission.

Das Außenministerium forderte die Regierung und Präsident Erdogan auf, die grundlegenden Rechte und Freiheiten aller Bürger zu achten. Dabei dürfe es nicht darauf ankommen, wie diese am 15. April abgestimmt hätten, hieß es in einem Statement des Sprechers Mark Toner.

Bericht der OSZE-Komission steht noch aus

Auch er nahm Bezug auf die ersten Erkenntnisse von OSZE-Wahlbeobachtern, die Unregelmäßigkeiten sowohl im Wahlkampf als auch am Abstimmungstag gesehen hätten. Es müsse nun der endgültige Bericht der OSZE-Kommission abgewartet werden.

Nach dem vorläufigen Endergebnis der Wahlkommission stimmten 51,4 Prozent für die Verfassungsreform und die damit verbundene Einführung eines Präsidialsystems. Die Wahlbeteiligung betrug nach Regierungsangaben mehr als 85 Prozent.

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