So viel Tunesien steckt schon in deinem Alltag

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Tunesien ist weit weg, findest du? Dann schau doch mal genauer hin: Denn das nordafrikanische Land ist längst ein wichtiger Teil unserer Kultur – dank zahlreicher Promis mit tunesischen Wurzeln!

Nationalkicker Sami Khedira

Seit 2009 gehört er zur deutschen Nationalmannschaft, kickt seit 2015 bei Juventus Turin. Der Fußballspieler hat zwei Staatsbürgerschaften: die deutsche und die tunesische. Seine Mutter (eine Deutsche) und sein Vater (ein Tunesier) verliebten sich am Traumstrand des berühmten Urlaubsziels Hammamet ineinander. „Es verbindet mich sehr viel mit Tunesien“, sagte Sami Khedira einmal in einem Interview. „Ich habe dort noch meine komplette Familie. Es ist ein tolles Urlaubsziel, an das ich immer gerne zurückkehre. Nicht nur, um meine Familie zu besuchen, sondern auch, um mich zu entspannen und zu erholen. Hammamet ist ein schöner Rückzugsort.“

Mode-Guru Azzedine Alaïa

Seine Kundenliste liest sich wie ein Who's Who von Hollywood: Azzedine Alaïa kleidet Stars wie Nicole Kidman, Gwyneth Paltrow, Katie Holmes und Lady Gaga ein. Der Designer weiß genau, wie man weibliche Formen perfekt in Szene setzt! Azzedine Alaïa gehört heute zu den Meistern der Haute Couture, dabei fing er mal ganz klein an: Er wurde als Sohn einer Bauernfamilie im kleinen tunesischen Örtchen Jemmal geboren, wuchs dann bei seinen Großeltern in Tunis auf. Dort studierte er Bildhauerei und machte eine Schneiderlehre. 1957 zog er nach Paris und fing zunächst als Assistent von Christian Dior an. Als er sich schließlich selbstständig machte, zählte auch die legendäre Greta Garbo zu seinen Kundinnen. In den 1980er Jahren schließlich eröffnete er Boutiquen in der ganzen Welt. Der Rest ist (Mode-)Geschichte…

Schauspieler Elyas M’Barek

In der Hit-Serie „Türkisch für Anfänger“ wurde er berühmt, als Zeki Müller in den „Fack ju Göhte“-Filmen zum Superstar! Werden jetzt große deutsche Komödien gedreht (z.B. „Willkommen bei den Hartmanns“), steht Elyas M'Barek fast automatisch auf der Besetzungsliste. Sein Leben war schon immer multikulti: Der Schauspieler wuchs in München auf, seine Mutter ist Österreicherin, sein Vater stammt aus Tunesien. Im Alter von zwei Jahren spielte er das erste Mal mit ihm an einem tunesischen Strand – das verrät ein süßes Foto bei Instagram, das M'Barek postete. Er spricht allerdings kein Arabisch. „Mein Vater hielt es nicht für nötig, er hat ganz klar gesagt, dass es besser ist, wenn ich mit Deutsch aufwachse, als mit Arabisch“, sagte er in einem Interview. Das hielt M'Barek aber nicht davon ab, häufig seine Verwandtschaft in Tunesien zu besuchen. „Ich mag es, dort zu sein.“

Leinwandlegende Claudia Cardinale

Sie gilt als eine der größten Film-Diven des italienischen Kinos: Claudia Cardinale („Spiel mir das Lied vom Tod“) verdrehte den männlichen Zuschauern genauso den Kopf wie Sophia Loren und Gina Lollobrigida. Was viele nicht wissen: Die Sirene wurde nicht in Italien geboren, sondern in Tunesien! Ihre Großeltern waren aus Sizilien dorthin ausgewandert. Cardinale wuchs im Badeort La Goulette nahe Tunis auf, denn dort gab es eine große italienische Gemeinde. Zur Schule ging sie in Karthago und nahm mit 18 an einem Wettbewerb teil, bei dem das schönste italienische Mädchen Tunesiens gesucht wurde. Cardinale wurde Siegerin und gewann eine Reise zu den Filmfestspielen von Venedig, wo sie für den Film entdeckt wurde.

Sänger Adel Tawil

Er ist ein Multitalent: Adel Tawil singt nicht nur, er schreibt und produziert seine Songs auch selber. Bekannt wurde er als Teil von Bands wie „Ich + Ich“. Seine Lieder („Der Himmel soll warten“) landen immer wieder ganz oben in den deutschen Charts. Tawil, der mit vollem Namen Adel Salah Mahmoud Eid El-Tawil heißt, wurde in Berlin als Sohn eines ägyptischen Vaters und einer tunesischen Mutter geboren. Die sorgten dafür, dass er seine Wurzeln nicht vergisst. Zur Zeitschrift „Gala“ sagte er: „Mit unseren Eltern sind wir jedes Jahr nach Ägypten oder Tunesien gefahren, um Verwandte zu besuchen. Für uns war das ein Kulturschock: Alle saßen zusammen und aßen Couscous. mit Lamm oder Hühnchen, dazu Mohrrüben, Weißkohl, Peperoni und Harissa. Meine Mutter kocht immer noch gerne riesige Portionen Couscous – auch zu meiner Hochzeit."

Schlagerstar Roberto Blanco

Roberto Blanco - Roberto Blanco added a new photo. | Facebook

Mit Gassenhauern wie „Ein bisschen Spaß muss sein“ und „Ich komm' zurück nach Amarillo“ mischte er ab den 1960er Jahren die deutsche Schlagszene auf – seine alten Hits sind noch heute echte Partyknaller! Der Sänger führt seit jeher ein Globetrotter-Leben: Seine Eltern stammten aus Kuba, Mama war Tänzerin und Papa ein Varieté-Künstler. Das Paar tourte mit einer Revue durch Südamerika und Europa, gastierte schließlich auch in Tunis, wo ihr Sohn geboren wurde. Der hieß damals noch Roberto Zerquera und wuchs später in Beirut und Madrid auf. Aus der deutschen Kulturszene ist Blanco nicht mehr wegzudenken: Denn er singt nicht nur, sondern steht auch vor der Kamera („1 ½ Ritter – Auf der Suche nach der hinreißenden Herzelinde“) und leiht Animationsfiguren seine Stimme (z.B. in „Rio“).

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