Sieben Tipps gegen Cybermobbing

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Es ist schrecklich für dein Kind, wenn es im Internet beleidigt und gehänselt wird – quasi immer und überall. Was du als Vater oder Mutter im Vorfeld tun kannst, um dein Kind zu schützen und wie du am besten reagierst, falls trotzdem virtuelle Angriffe erfolgen, liest du hier.

Im Internet verbreiten sich nicht nur Nachrichten und Messages rasend schnell. Leider nutzen manche das Medium auch, um andere zu diffamieren, zu beleidigen und zu quälen. Cybermobbing ist für Kinder und Jugendliche schlimm: Sie werden nicht nur an einem bestimmten Ort wie der Schule oder dem Verein zum Opfer von Hänseleien. Stattdessen treffen sie dein Kind theoretisch überall, denn das Smartphone hat es ja immer dabei. Unter den Apps, die es am liebsten nutzt, sind bestimmt Instagram, Snapchat oder WhatsApp. Ausgerechnet bei diesen Programmen kommen die Cybermobbing-Attacken aber besonders häufig vor.
Doch dein Kind ist nicht macht- oder wehrlos. Du als Mutter oder Vater kannst mit ihm gemeinsam die Angriffsfläche verkleinern – bevor überhaupt etwas passiert. Falls dein Kind trotzdem zum Opfer gemeiner Hänseleien im Internet wird, solltet ihr von Anfang an richtig reagieren. Wie das geht, verraten wir in unseren sieben Tipps gegen Cybermobbing.

1. Dein Kind für das Thema Mobbing sensibilisieren

Wer möchte schon von anderen ausgelacht und ausgegrenzt werden? Du solltest herausfinden, was dein Kind über das Thema Mobbing weiß. Eine Gefahr von Cybermobbing ist, dass man schnell zum Mitläufer werden kann. Kindern ist oft nicht klar, was das Verbreiten von gemeinen Bildern oder Nachrichten anrichten kann und wie schlimm das für die Betroffenen ist. Sprich dich offen und klar gegen Mobbing aus. Erkläre deinem Sohn oder deiner Tochter, dass das alle treffen kann und solche gemeinen Angriffe immer etwas Schlechtes sind. Wenn du dein Kind frühzeitig für das Thema Mobbing sensibilisierst, stärkst du seine Empathie für die Opfer. Sinnvoll ist es, wenn alle Schüler einer Klasse gemeinsam Verhaltensregeln für ihren Klassen-Chat via WhatsApp festlegen. Wenn die Klassenkameraden einen Mitschüler trotzdem online piesacken, widersetzt sich dein Kind dann mit größerer Wahrscheinlichkeit der Gruppendynamik – und greift vielleicht sogar ein. Und wenn dein Kind selbst zur Zielscheibe von Cybermobbing wird, weiß es, dass es mit dir darüber sprechen kann.

2. Über Respekt im Internet aufklären

Jedem, der sich im Internet bewegt, sollte klar sein, dass es sich dabei nicht um einen rechtsfreien Raum handelt. Auch Kinder müssen wissen, dass dort nicht alles erlaubt ist – und schon gar nicht, andere zu beleidigen. Wer Dienste wie Instagram, Snapchat oder WhatsApp nutzt oder auf Facebook unterwegs ist, muss sich an bestimmte Verhaltensregeln halten. Genau wie im echten Leben steht Respekt gegenüber anderen Menschen an oberster Stelle – egal, ob es sich um Freunde, Mitschüler oder Bekannte aus dem Sportverein handelt oder um fremde Personen. Mach deinem Kind klar, dass man nicht über sie lästern oder sie hänseln sollte, weil das gemein, unhöflich und feige ist. Die Hemmschwelle dafür ist im Internet aber niedriger, weil man die andere Person nicht sieht – ebenso wenig wie ihre Reaktion auf solche virtuellen Angriffe, etwa weinen oder verletzt sein. Dein Kind sollte sich bewusst machen, dass auf der anderen Seite auch ein Kind sitzt. Und dass es niemals etwas schreiben sollte, was es dem anderen nicht auch ins Gesicht sagen würde.

3. Das Internet gemeinsam mit deinem Kind entdecken

Kinder und Jugendliche verbringen viel Zeit im Internet, am Computer oder mit dem Smartphone. Doch was tun sie da eigentlich? Frag dein Kind nicht nur, wie es in der Schule, beim Musikunterricht oder im Sportverein war. Interessiere dich auch dafür, welche Plattformen und Apps es nutzt und was es online entdeckt hat. Vielen Erwachsenen ist gar nicht klar, wie und wo sich ihre Tochter oder ihr Sohn online bewegen. Mit welchen Messengern kommunizieren sie mit Klassenkameraden? Welche Seiten schauen sie sich an? Haben sie schon mal schlechte Erfahrungen gemacht? Vielleicht kannst du auch noch etwas von ihr oder ihm lernen. Es bietet sich an, ab und zu gemeinsam zu surfen, Facebook-Fotos oder YouTube-Videos anzuschauen oder zusammen den Urlaubsort auszusuchen. Es geht dabei keineswegs um Nachspionieren. Ganz im Gegenteil: Durch echtes Interesse entsteht gegenseitiges Vertrauen, und du kannst deinem Kind beibringen, sich sicher online zu bewegen. Es wäre fahrlässig, dein Kind ohne jede Anleitung ins Internet gehen zu lassen. Ohne Helm lässt du es ja sicher auch nicht aufs Fahrrad steigen.

4. Persönliche Daten schützen

Selfies, Nachrichten an die beste Freundin oder Infos wie die Adresse von daheim: Mach deinem Kind klar, dass seine persönlichen Daten wertvoll sind und geschützt werden müssen. Erkläre ihm, dass es dafür selbst verantwortlich ist. Alles, was es ins Internet stellt oder digital verschickt, gibt es aus der Hand. Sämtliche online veröffentlichten Inhalte können theoretisch von anderen gespeichert und verbreitet werden. Und sie bleiben immer abrufbar. Vermittele deiner Tochter oder deinem Sohn, dass Telefonnummern und die Adresse etwa in einem Instagram- oder Facebook-Profil nichts zu suchen haben. In Chats reicht es, einen Spitznamen statt des kompletten Vor- und Nachnamens zu verwenden. Besonders sensibel sollte dein Kind mit Bildern und Videos umgehen: Sie lassen sich leicht herunterladen und dann zum Cybermobbing missbrauchen. Nimmt ein Mitschüler ein Bild auf, sollte dein Kind nachfragen, was mit dem Foto passiert. Du als Mutter oder Vater solltest dir die Sicherheitseinstellungen bei den Plattformen ansehen, die dein Kind nutzt. Wer kann welche Inhalte sehen, was steht im Profil? Zutritt zum Privatbereich sollten grundsätzlich nur Freunde haben, die dein Kind auch aus dem echten Leben kennt.

5. Nicht auf Mobbing-Attacken einsteigen

Wenn dein Kind trotz aller Vorsorge Opfer einer Mobbingattacke wird, stell dich auf seine Seite und unterstütze es. Manchmal reicht es schon, die fiesen Botschaften zu ignorieren. Denn Täter haben keinen Spaß, wenn ihre Opfer nicht auf sie reagieren. Antwortet dein Kind stachelt es womöglich noch an und die Situation eskaliert noch weiter. Am besten antwortet dein Kind nicht selbst auf eine beleidigende Nachricht, sondern du – aber nicht im selben Ton. Fordere den Absender mit Nachdruck auf, die Inhalte umgehend zu löschen. Wenn ihr wisst, wer hinter den Angriffen steckt, suche das Gespräch mit den Eltern.

6. Hassposts und auffällige Inhalte melden

Beleidigende Nachrichten und deren Absender solltest du bei den Plattformen melden, über die sie verbreitet wurden, etwa bei Instagram, Facebook oder Snapchat. Du kannst dort auch das Löschen von Inhalten beantragen, wenn diese dein Kind betreffen und quälen. Erstelle Screenshots von den Nachrichten oder Bildern, damit du Beweise in der Hand hast, die du den Eltern des Täters oder der Polizei vorlegen kannst. Selbst wenn dein Kind nicht persönlich betroffen ist: Schau auch bei sonstigen Hassposts oder gemeinen Inhalten nicht weg. Melde auch diese Inhalte, damit andere nicht zum Opfer von Mobbing werden.

7. Hilfe und Verbündete suchen

Dein Kind darf nicht allein bleiben, wenn es online gemobbt wird. Du als Mutter oder Vater bist sein wichtigster Verbündeter. Ihr solltet unbedingt den Klassenlehrer informieren, und in besonders schlimmen Fällen auch die Polizei.

Manchmal ist es aber trotz aller Vorsorge und bester Tipps nicht so einfach, sich gegen Cybermobbing zu wehren. Dann können Experten helfen, Mobbing im Internet den Riegel vorzuschieben und Cybermobbern die Zähne zu zeigen. Bei der Computerhilfe Plus arbeiten Profis der Telekom und der ROLAND Schutzbrief-Versicherung zusammen. Sie helfen bei der Löschung rufschädigender Inhalte im Internet, in schwierigen Fällen auch mit einem individuellen Fallmanagement. Vorbeugende Tipps und Hilfen sind ebenfalls inklusive, etwa bei Privatsphäre-Einstellungen und der sicheren Nutzung sozialer Netzwerke.

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