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Nordkorea kündigt wöchentliche Raketentests an

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NORTH KOREA ROCKET TEST
Nordkorea kündigt wöchentliche Raketentests an | KCNA KCNA / Reuters
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  • Nordkorea plant angeblich wöchentliche Raketentests
  • Die Ankündigung könnte die Situation noch weiter verschärfen
  • Die USA schließen einen Militärschlag nicht aus
Nordkorea hat angekündigt, künftig noch mehr Raketen zu testen. Der stellvertretende Außenminister Han Song-Ryol sagte der britischen BBC: "Wir werden mehr Raketentests auf wöchentlicher, monatlicher und jährlicher Basis durchführen."

Sollten die USA "rücksichtslos genug sein, militärische Mittel einzusetzen", würde das zu einem "totalen Krieg" führen.

Die Äußerungen könnten die ohnehin äußerst angespannte Situation noch einmal verschärfen.

Letzter Raketentest erst am Sonntag

Das Regime in Pjöngjang testet trotz UN-Verbots immer wieder Raketen sowie atomare Sprengköpfe. Experten fürchten, dass das Regime in absehbarer Zeit Raketen entwickelt haben wird, mit denen es die USA beschießen kann.

Nordkoreas Militär hatte erst am Sonntag nahe der Hafenstadt Sinpo an der Ostküste eine Rakete gezündet, bei der es sich vermutlich um eine Mittelstreckenrakete handelte. Nach Militärangaben aus den USA und Südkorea soll die Rakete aber schon kurz nach dem Start explodiert sein.

Da Nordkorea am Samstag den "Tag der Sonne", seinen höchste Feiertag, begangen hatte, hatten Experten außerdem einen weiteren Atomtest befürchtet, der jedoch ausgeblieben war. Machthaber Kim Jong Un nahm in Pjöngjang aber eine waffenstarrende Militärparade ab, bei der auch neue Raketen und mobile Abschussrampen gezeigt wurden. Beobachter spekulierten, ob es sich teilweise um Attrappen handelte.

USA drohen mit Militärschlag

In den USA wiederum gibt es Überlegungen, der Bedrohung durch einen Militärschlag zuvorzukommen. Die Zeit der Geduld sei vorbei und die USA würden "jeden Einsatz konventioneller oder atomarer Waffen mit einer überwältigenden und effektiven Antwort" zurückschlagen, sagte US-Vizepräsident Mike Pence in Seoul.

Drohungen Richtung Ausland gehören seit Langem zum Standard der nordkoranische Diktatur, an deren Spitze nun der Enkel des Staatsgründers Kim Il Sung steht. Das Land gilt als das am stärksten abgeschottete der Erde, seine Bevölkerung lebt unter schrecklichen Bedingungen, politische Freiheit gibt es nicht, oft ist auch die Nahrung knapp.

Angst vor der Atomrakete

Unklar ist, wie gut es um die technischen Fähigkeiten des nordkoreanischen Militärs bestellt ist. Für die gefürchteten Atomraketen müssten die Ingenieure mindestens drei Probleme lösen:

  • Sie brauchen Material für den Sprengkopf, Plutonium oder hoch angereichertes Uran. Eine einst stillgelegt Anlage in Yongbyon soll wieder in Betrieb sein und könnte das Material vielleicht liefern.
  • Es ist technisch höchst Anspruchsvoll, einen Atomsprengkopf zu bauen, der unter anderem klein genug ist, dass man eine Rakete damit bestücken kann.
  • Außerdem braucht es die Trägerrakete. Je höher die Reichweite, desto bedrohlicher wird das Szenario für die USA. Der letzte Raketentest ließ vermuten, dass Nordkorea noch Entwicklungsarbeit vor sich hat.

Mit Material der dpa

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