Experte zum Referendum: Darum verbreitet die Erdogan-nahe Agentur bewusst ein falsches Ergebnis

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Das Türkei-Referendum verlief chaotisch. Die Ergebnisse, die die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu nach und nach veröffentlichte, unterschieden sich stark von Zahlen, die von unabhängigen Beobachtern der Auszählungen kamen.

Der türkische Journalist und Wahl-Experte Gürkan Özturan sagte der Huffington Post in Istanbul, es sei nicht das erste Mal, dass das passiere (siehe Video oben).

Anders als Anadolu es darstelle, sei das Rennen zwischen "Ja" und "Nein" viel enger gewesen. Auch Beobachter aus den Parteien, die zu den Auszählungen zugelassen sind, unterstützen diese Darstellung.

Hinter dem Zahlen-Chaos steckt eine Strategie

Özturan glaubt, dass hinter dem Zahlen-Chaos eine Strategie steckt. Schon bei den Parlamentswahlen im Juni 2015 sei es zu ähnlichen Diskrepanzen gekommen.

Wegen der klaren Ergebnisse hätten damals viele Wahlbeobachter resigniert und seien nach Hause gegangen. Das öffne den Weg für Wahlmanipulationen.

Dieses Mal lag das "Ja"-Lager zu Beginn der Auszählungen angeblich bei fast 70 Prozent – also deutlich vorne. Aber dieses Mal, so glaubt Özturan, würden die Beobachter bis zum Ende bleiben.

Am offiziellen Sieg Erdogans änderte das ersteinmal nichts - aber die Oppositionsparteien wollen das Ergebnis anfechten.

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(ben)

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