NACHRICHTEN
16/04/2017 18:26 CEST | Aktualisiert 16/04/2017 23:49 CEST

Wahlkommission lässt unverifizierte Stimmzettel bei Türkei-Referendum zu

Anadolu Agency via Getty Images
Wahlkommission lässt unverifizierte Stimmzettel bei Türkei-Wahl zu

  • Die türkische Wahlkommission hat beim Verfassungsreferendum unverifizierte Stimmzettel zugelassen

  • Normalerweise tragen die Stimmzettel einen Stempel der Kommission

Die türkische Wahlkommission hat beim Referendum über die Einführung eines Präsidialsystems auch nicht von ihr verifizierte Stimmzettel zugelassen. Noch während der laufenden Abstimmung am Sonntag erklärte die Kommission auf ihrer Website, dass auch nicht von ihr gekennzeichnete Stimmzettel und Umschläge als gültig gezählt würden.

Normalerweise werden diese von der Kommission gestempelt, um sicherzustellen, dass keine Zettel oder Umschläge von außen verwendet werden.

"Verlasst die Urnen bloß nicht"

Hintergrund der Entscheidung ist, dass einige Bezirkswahlkommissionen bei der Abstimmung nicht verifzierte Stimmzettel und Umschläge an die Wähler ausgeteilt hatten. Mehmet Hadimi Yakupoglu, Vertreter der größten Oppositionspartei CHP, kritisierte die Entscheidung und sagte, er sei in der Kommission überstimmt worden.

Abgeordnete der CHP und der pro-kurdischen HDP riefen die Wahlbeobachter dazu auf, die Auszählung weiter zu verfolgen. Regierungsnahe Medien hätten absichtlich schon früh einen großen Vorsprung der "Ja"-Stimmen verkündet, um Wahlbeobachter zu demotivieren, kritisierte der CHP-Parlamentarier Eren Erdem. Auf Twitter schrieb er: "Verlasst die Urnen bloß nicht."

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

2017-03-08-1488965563-6721107-iStock482232067.jpg

(ben)

Sponsored by Trentino