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Rolf Zuckowski: Süße Liebeserklärung an seine Enkelkinder

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Schöpfer der

Untrennbar miteinander verbunden: Rolf Zuckowski (69) und "Rolfs Vogelhochzeit". Die Originalfassung dieses Kinderliederzyklus' erklang erstmals vor 40 Jahren in den Kinderzimmern. Seither hat dessen Schöpfer sich dem Thema "Musik für Kinder" verschrieben. Was Zuckowskis eigene drei Kinder - darunter "Rise Like a Phoenix"-Autor Alexander Zuckowski (*1974) - früher davon hielten, und ob seine vier Enkelkinder Fans seiner Musik sind, verrät der Hamburger Künstler im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.

Und wer an Ostern, vielleicht zusammen mit den eigenen Kindern - in alten Zeiten schwelgen möchte, dem sei "Rolfs neue Vogelhochzeit" nach dem Original-Liederzyklus wärmstens ans Herz gelegt. Ausgestrahlt wird der aufwändig produzierte Musik-Trickfilm am Ostermontag (17. April) um 9:40 Uhr im ZDF.

Rolf Zuckowskis Sohn, Alexander Zuckowski, ist einer der Autoren des ESC-Gewinnersongs 2014 "Rise Like a Phoenix" von Conchita Wurst - hier können Sie das Lied downloaden

Die Original-Fassung der "Vogelhochzeit" ist im Dezember 1977 erschienen, sie feiert also 40-Jähriges. Wie sehr hat sie Ihr Leben verändert?

Rolf Zuckowski: Sie hat das Thema "Musik für Kinder" in die Mitte meines künstlerischen Schaffens gerückt. Vorher habe ich Pop, Folk, Schlager gemacht und dabei immer versucht, den Künstlern die Stücke auf den Leib zu schreiben. Bei der Vogelhochzeit war es anders, da ging es um die Kinder und Eltern: Wie fühlt sich ein verliebtes Paar, das sich traut, Mutter und Vater zu werden? Wie fühlt sich eine Mutter beim Brüten? Wie fühlt sich ein Kind, das aus dem Ei schlüpft? - Da musste ich keinen gestandenen Interpreten gerecht werden, sondern den Figuren des Lebens. "Die Vogelhochzeit" hat für mich die Tür zu diesem kleinen Universum aufgestoßen, in dem über die Jahre mehrere hundert Lieder entstanden sind.

Haben Sie diesen Schwerpunkt auch mal bereut?

Zuckowski: Nein, nie, weil man mit diesem Genre durchs Leben gehen kann. Ich war nie in einer Nische gefangen, sondern konnte die ganz normale Entwicklung des Lebens immer wieder musikalisch aufgreifen. Ich habe Lieder für kleine Kinder, größere Kinder, Erwachsene, Großeltern etc. gemacht. Es hat sich ein riesiger Abenteuerspielplatz für mich aufgetan, den ich als Pop- und Rock-Musiker nie gehabt hätte.

Sie haben drei Kinder und vier Enkelkinder. Waren Ihre Kinder immer Fans ihrer Musik oder sahen Sie diese auch mal als Konkurrenz?

Zuckowski: Ich glaube, das Wort Fan trifft gar nicht zu, denn sie waren ja sehr oft dabei. Meine Tochter Anuschka [*1971] hat mit ungefähr acht Jahren zum ersten Mal etwas mit mir im Studio aufgenommen. Danach waren alle Kinder immer mal wieder im Studio dabei; unser Jüngster, Andreas [*1984], ganz besonders viel. Auch haben sie immer alle Stationen der Produktionen miterlebt, von den Proben bis zur Arbeit am Mischpult. Meine Kinder konnten sich daher immer sehr gut vorstellen, was ich mache. Sie waren Eingeweihte, Freunde, Verbündete, aber keine Fans. Und Konkurrenz war auch kein Thema, denke ich, weil sie ja auch immer intensiv Musik mit mir gemacht haben, sodass alles in einer guten Balance war.

Und die Enkel sind stolz auf den Opa?

Zuckowski: Meine beiden älteren Enkel sind 11 und 16 und kennen das schon, aber meine beiden jüngeren Enkel sind 3 und 6 und haben mich erst vor wenigen Tagen zum ersten Mal zehn Minuten lang auf der Bühne erlebt. Dass ich singe, wussten sie, und den Opa vom Fernsehschirm kannten sie natürlich auch. Danach habe ich sie allerdings noch nicht gesprochen. Aber sie müssen nicht meine Fans sein, sie sind meine Enkelkinder... Ich bin aber auf jeden Fall ein Fan von ihnen.

Pünktlich zum 40-Jährigen gibt es nun auch "Rolfs neue Vogelhochzeit". Was ist das genau?

Zuckowski: Das ist ein Puppentrickfilm in der sogenannten Stop-Motion-Technik. Diese Puppen wurden von Hand bis zu 25 Mal pro Sekunde bearbeitet, damit am Ende laufende Bilder entstanden. Das ist wirklich eine ganz große Kunst. Ich habe mir das mehrfach im Studio angeguckt und sehr bewundert, was dort kreiert wurde. Diese Vögel fliegen ja, fallen vom Baum, stürzen durch die Blätter hindurch. Das alles von Hand zu bauen und in Bewegung zu bringen, das ist schon unglaublich. Ich habe großen Respekt vor der Arbeit dieser Animatoren.

Welche Rolle spielen Sie in der neuen Version?

Zuckowski: Ich bin so eine Art Erzähler, der singend durch die Geschichte führt. Es gibt aber auch Sprech-Passagen, das war mein erstes Mal als Synchronsprecher.

Was war am lustigsten bei den Aufnahmen?

Zuckowski: Für mich war es am lustigsten, Sasha zu beobachten, wie er als Vogelvater mit sehr vielen Geräuschen Neuland betreten hat. Er musste stöhnen, ächzen, lachen... Seine Rolle hatte wirklich herrlich komische Momente.

Sie und Sasha verbindet ja noch mehr als diese Produktion...

Zuckowski: Ja, uns verbindet vor allem mein Sohn Alexander, der ja für Sasha eine Reihe von Hits geschrieben hat, und eigentlich einer seiner wichtigsten Wegbegleiter ist. Sasha habe ich durch meinen Sohn auch privat kennengelernt. Meine Frage, ob er Lust hätte, diese Rolle zu übernehmen, hat er ganz spontan mit "Ja" beantwortet. Obwohl er nicht wirklich wusste, auf was er sich da einlässt, hat er es nicht bereut, wie er mir nach Drehschluss sagte.

Die neue Version der "Vogelhochzeit" wird am Ostermontag ausgestrahlt. Wie feiern Sie denn dieses Fest?

Zuckowski: Da rückt die Familie zusammen. Die Enkelkinder werden Ostereier suchen - und hoffentlich alle finden. Sehr schön finden wir alle auch die Osterfeuer, die es bei uns im Norden gibt...