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NEWS-BLOG Es ist amtlich - Wahlkommission erklärt Erdogan zum Sieger

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Für die Türkei ist es ein historischer Tag. Die Türken stimmen heute über eine Änderung ihrer Verfassung ab, die das Land in eine Präsidialrepublik verwandeln soll.

Über alle aktuellen Entwicklungen in der Türkei hält euch unser News-Blog auf dem Laufenden:

23:10 Uhr: Proteste brechen in Istanbul aus

Die AKP-Anhänger in der Türkei feiern den Sieg - doch die Erdogan-Gegner bereiten den Widerstand vor. In Istanbul sind nun Proteste ausgebrochen. Im Stadtteil Kadiköy zogen Hunderte Demonstranten durch die Straßen.

Auch im Stadtteil Besiktas bahnte sich ein Protestmarsch lautstark den Weg durch die Stadt.

22:50 Uhr: EU-Kommissionspräsident Juncker mit vorsichtiger Kritik an der Türkei

Der EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat nach Bekanntgabe von Erdogans Sieg bei dem Türkei-Referendums ein Statement veröffentlicht. "Wir nehmen das Ergebnis des Referendums zur Kenntnis", heißt es darin sehr distanziert.

Ein Hauch von Kritik war der Mitteilung aber auch zu entnehmen: Die EU warte noch die Berichte der Wahlbeobachter über eventuelle irreguläre Aktivitäten ab. Die Änderungen der türkischen Verfassung würden in Hinsicht auf einen EU-Beitritt des Landes in Betracht gezogen.

Mehr zum Thema: Nach Erdogans fragwürdigem Sieg ist die Tür zu einem EU-Beitritt endgültig zu

22:35 Uhr: Es ist amtlich - Wahlkommission erklärt Erdogan zum Sieger

Die türkische Wahlkommission hat das "Ja"-Lager nach dem vorläufigen Abstimmungsergebnis zum Sieger des Referendums über die Einführung eines Präsidialsystems erklärt. Nach dem vorläufigen Resultat habe das "Ja"-Lager gewonnen, sagte Kommissionschef Sadi Güven am Sonntagabend in einer im Fernsehen übertragenen Erklärung.

22:12 Uhr: Erdogan: Einführung der Todesstrafe "erste Aufgabe"

Erdogan will die Wiedereinführung der Todesstrafe in der Türkei auf die Tagesordnung setzen. Das werde seine "erste Aufgabe" sein, kündigte Erdogan am Sonntagabend in Istanbul vor begeisterten Anhängern an.

21:57 Uhr: Ex-"Cumhuriyet"-Chefredakteur Can Dündar: "Das ist der Anfang vom Ende für Erdogan"

Ex-"Cumhuriyet"-Chefredakteur Can Dündar reagierte im "heute-journal" auf das Ergebnis des Türkei-Referendums. Dieses sei "der Anfang vom Ende für Erdogan". Die Hälfte der Türkei sei gegen dessen Unterdrückung aufgestanden, er könne heute nicht glücklich sein: "Die nächsten Jahre werden schwierig für Erdogan, die Hälfte des Landes ist gegen ihn."

Es sei bemerkenswert, dass Erdogan gerade in Istanbul verloren habe, sagte Dündar. Dass sei ihm noch bei keiner Wahl passiert.

Die Konfrontation der Türkei mit Deutschland und den Niederlanden habe dem türkischen Präsidenten derweil in die Karten gespielt, sagte Dündar. "Die Konfrontation mit Deutschland und den Niederlanden hat ihm sehr geholfen, in letzter Minute. Er hat sie als Konfrontation zwischen Christen und Moslems dargestellt, zwischen Europa und der Türkei. Seine Macht hat sich dadurch konsolidiert", sagte er.

Erdogan werde nun versuchen, die Beziehungen der Türkei zu Europa zu stärken. Sein Land sei wirtschaftlich zu abhängig von der EU, als dass es sich eine Isolation leisten könne.

21:43 Uhr:Erdogan: "Beginn einer neuen Ära für die Türkei"

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat nach seinem mutmaßlichem Sieg im Türkei-Referendum seine Siegesrede in Istanbul gehalten. Er sprach vom "Beginn einer neuen Ära für die Türkei". Das Volk habe eine "historische Entscheidung" getroffen.

"Dieses Referendum wird der Türkei helfen, wohlhabender zu werden", sagte Erdogan. "Ab morgen sollten wir von Diskussionen ablassen und unsere Ziele verfolgen. Andere Länder und Organisationen sollten unsere Entscheidung akzeptieren."

Nach vorläufigen Ergebnissen habe das "Ja"-Lager um 1,5 Millionen Stimmen gewonnen, erklärte Erdogan.

21:10 Uhr: Jürgen Todenhöfer ruft dazu auf, Entscheidung des türkischen Volks zu respektieren

Der Journalist Jürgen Todenhöfer hat sich zum Türkei-Referendum geäußert. Er rief dazu auf, die Entscheidung des türkischen Volkes zu respektieren.

Ob das neue türkische Präsidialsystem radikaler sein werde als das amerikanische, gegen das noch nie protestiert worden sei, werde sich zeigen. Todenhöfer wünschte Erdogan "Kraft, Gerechtigkeit, Güte und Pflichtgefühl. Und Größe gegenüber seinen Kritikern und Gegnern."

Todenhöfer ging nicht auf die Vorwürfe der Wahlmanipulation ein, die von türkischen Oppositionsparteien laut wurden. Er verlor auch kein Wort über die massiven Repressalien, denen die "Nein"-Kampagne im Vorfeld des Referendums ausgesetzt war.

Er erinnerte auch nicht an die Einschränkungen der Pressefreiheit in der Türkei und den Gefangenen "Welt"-Journalisten Deniz Yücel.

20:55 Uhr: Ministerpräsident Yildirim hält Siegesrede in Ankara

Der türkische Ministerpräsident Yildirim ist in Ankara vor einer jubelnden Menge aufgetreten. Er verkündete ihr den Sieg im Referendum - ein Sieg, der ihn im Prinzip arbeitslos macht. Sein Amt würde mit Erdogans Verfassungsreform abgeschafft werden.

In seiner Rede warnte Yildirim die "Terroristen und Verräter", die Feinde der Türkei seien. "Lasst sie wissen: Wir sind eine Nation!" Die Türkei öffne mit dem "Ja" zur Verfassungsreform ein neues Kapitel in seiner demokratischen Geschichte. Die Zukunft der Türkei werde mit Selbstbewusstsein gestaltet werden.

Yildirim beschwor in seiner Rede den Zusammenhalt der türkischen Nation - verspottete aber auch das "Nein"-Lager, das bei dem RReferendum blamiert worden sei.

20:38 Uhr: Erdogan spricht vor seinen Anhängern

Präsident Erdogan hat vor seinem Haus in Istanbul zu versammelten Anhängern gesprochen. Er gratulierte der türkischen Nation zu ihrer Wahl und betonte, er müsse weiter hart arbeiten, um bei den Wahlen im Jahr 2019 ein gutes Ergebnis zu erzielen.

20:21 Uhr: Publizist Abdel-Samad kritisiert Türken in Deutschland

Politikwissenschaftler und Publizist Hamed Abdel-Samad wundert sich über das Abstimmungsverhalten der Deutschtürken im Türkei-Referendum. Die Zustimmungsquote der "muslimischen nichtkurdischen Türken" in Deutschland für die Einführung der Diktatur in der Türkei liege bei 90 Prozent.

"Also sind die Türken in Deutschland gar nicht gespalten, was Erdogan angeht wie es in der Türkei der Fall ist, sondern stehen geschlossen hinter dem Islamismus, dem Chauvinismus und der Todesstrafe". schreibt Abdel-Samad.

Kein Mensch könne ihm da erklären, die Integration sei nicht gescheitert.

20:07 Uhr: Außenminister Gabriel reagiert auf die Ereignisse in der Türkei

Der Türkei stehen Stunden, wenn nicht Tage, der Ungewissheit bevor - und vielleicht auch blutige Demonstrationen.

In dieser Situation greift Bundesaußenminister Sigmar Gabriel zu seiner Twitter-App: "Es ist gut, dass der so erbittert geführte Wahlkampf, auch bei uns in Deutschland, jetzt vorbei ist", schreibt der SPD-Politiker.

Kein Wort dazu, was der Türkei in den kommenden Stunden blühen mag. Und dass die Polarisierung im Land weiter zunehmen wird. Kopf in den Sand und nach mir die Sintflut, scheint Gabriel zu denken.

19:36 Uhr: Erdogan erklärt sich zum Wahlsieger

Laut einem Tweet der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu hat sich der türkische Präsident Erdogan zum Sieger des Referendums erklärt. Er gratuliere seiner Partei uns seinen Koalitionspartnern.

Erdogan soll in Kürze eine Rede vor seinem Haus in Istanbul halten.

19:27 Uhr: Größte Oppositionspartei will Referendum anfechten

Die größte türkische Oppositionspartei, die Republikanische Volkspartei (CHP) will die Wahl anzweifeln. Ihrer Überzeugung nach wurden 1,5 Millionen ungültige Stimmen für das Regierungslager gezählt.

Die pro-kurdische HDP ist sich sicher, dass Erdogans Lager drei bis vier Prozent der Stimmen auf illegale Weise beschafft hat.

Sollten sich diese Verdächtigungen erhärten lassen, wäre selbst nach den wohl verfälschten Zahlen der staatlichen Agentur Anadolu das "Nein"-Lager der Sieger des Referendums. Aber: Noch ist es zu früh, ein belastbares Ergebnis festzustellen.

19:14 Uhr: Türkische Regierung siegessicher - aber unzufrieden

Das offizielle, staatlich propagierte Ergebnis des Referendums beschreibt Erdogan als Sieger. Seine Regierungspolitiker triumphieren bereits - sind aber auch unzufrieden.

"Wir sehen, dass wir in manchen Provinzen nicht die erwartete Anzahl an 'Ja'-Stimmen bekommen haben", sagte Vize-Ministerpräsident auch Veysi Kaynak am Sonntagabend vor Journalisten in Ankara. "Daran werden wir arbeiten."

Das klingt wie eine Drohung.

19:02 Uhr: Chef der Kurdischen Gemeinde zum mutmaßlichen Erdogan-Sieg: "Das Ergebnis ist eine Farce"

Für den Chef der Kurdischen Gemeinde in Deutschland, Ali Toprak, ist dieses von den türkischen Medien verbreitete Ergebnis „eine Farce.“

Toprak sagte der Huffington Post: „Es ist eine Verschmähung der Demokratie und der Völker in der Türkei. Der nationale Wahlausschuss hat soeben eine Freigabe für nicht-gestempelte Wahlzettel und nicht versiegelte Wahlurnen erteilt.“

Toprak erklärte: „So lange nicht explizit nachgewiesen wird, dass diese extern ausgefüllt oder befüllt wurden, werden sie bei der Auszählung berücksichtigt. Das bedeutet, dass die AKP unzählige, vor dem Referendum gestempelte, JA-Zettel zwischen die offiziellen Stimmzettel mischen wird.“

Unter den gegebenen Umständen sei dieses Ergebnis für Erdogan kein Triumph.

Im Gegenteil sieht Toprak einen Erfolg der Erdogan-Sieger. "Erdogan hat die Türkei in allen Bereichen gleich geschaltet. Im Ausnahmezustand das Referendum abgehalten. Dennoch nur die Hälfte der Stimmen erhalten. Das ist ein sensationelles Ergebnis für die Gegner Erdogans", so der Kurden-Vertreter.

18:52 Uhr: Türkische Medien erklären Erdogan zum Sieger

Türkische Medien legen sich fest: Erdogan hat das Referendum gewonnen. Der türkische TV-Sender TRT twitterte: "Die Türkei entscheidet sich für JA".

Laut den zweifelhaften Zahlen der Erdogan-nahen Nachrichtenagentur Anadolu liegt das "Ja"-Lager mit 51,45 Prozent der bei 96,8 Prozent ausgezählter Stimmen vorne.

18:46 Uhr: Experte erklärt falsche Zahlen der staatlichen Agenturen

Das Türkei-Referendum verläuft chaotisch. Die Ergebnisse, die die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu nach und nach veröffentlicht, unterscheiden sich stark von Zahlen, die von unabhängigen Beobachtern der Auszählungen kommen.

Der türkische Journalist und Wahl-Experte Gürkan Özturan erklärt in einem Video-Beitrag für die Huffington Post, wie es dazu kommt - und warum Anadolu bewusst falsche Zahlen verbreitet. Ihr könnt ihn hier anschauen.

18:30 Uhr: Taksim-Platz wird abgesperrt

Der Taksim-Platz in Istanbul, zentraler Ort der Gezi-Prozeste von 2013, wurde soeben offenbar gesperrt. Offenbar sollen Anti-Erdogan-Proteste dadurch verhindert werden. Ein knappe Mehrheit der Bürger in Istanbul stimmt nach derzeitigem Stand gegen den Präsidenten.

18:19 Uhr: Zahlen zum Abstimmungsverhalten der Deutschtürken

Es ist zu diesem Zeitpunkt nicht sicher, ob den Zahlen der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu getraut werden kann. Die folgenden Ergebnisse sind also mit Vorsicht zu genießen.

Anadolu verbreitet nämlich Zahlen über das Abstimmungsverhalten der wahlberechtigten Türken in Deutschland. Demnach haben 53,2 Prozent von ihnen für Erdogan gestimmt.

18:07 Uhr: Erdogan-nahe Agentur Anadolu verbreitet offenbar falsche Zahlen zum Verfassungsreferendum

Ein brisanter Vorwurf: Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu verbreitet offenbar falsche Zahlen zum Verfassungsreferendum. Das berichtet unter anderem der Grünen-Politiker Memet Kilic. Die Meldung deckt sich mit Informationen der Huffington Post.

Auch der Nahost- und Türkei-Experte ist sich sicher, dass Anadolu falsche Angaben macht. "Das gab es noch nie, dass eine einzige Quelle, eine Regierungs-nahe Agentur, die Ergebnisse verkündet. Das sagt eine Menge über die Zukunft der Türkei."

Das offizielle Ergebnis stammt von Staatsbeamten, die die Stimmen auszählen. Diese decken sich derzeit nicht mit den Stimmen, die von der Erdogan-nahen Agentur Anadolu vermeldet werden.

Laut Informationen der Huffington Post liefern sich die "Ja"- und "Nein"-Lagern ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Das "Nein"-Lager führt knapp. Bei Anadolu führt das "Ja"-Lager des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

18:03 Uhr: "Ja"-Lager steht laut staatlicher Agentur Anadolu kurz vor dem Sieg

Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu sind fast 90 Prozent der Stimmen ausgezählt - und das Erdogan-Lager führt mit etwa 53 Prozent sehr komfortabel.

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17:58 Uhr: Heimatstadt von Präsidenten-Gegner Fetullah Gülen stimmt für Erdogan

In der Heimatsprovinz von Prediger Fethullah Gülen haben überraschend 74, 54 Prozent der Wahlberechtigten mit "Ja" gestimmt. Bis jetzt sind 99.71 Prozent der Stimmen dort gezählt worden. Lediglich 25 Prozent stimmten mit "Nein".

17:51 Uhr: Tempo der Auszählung sorgt für große Irritationen

Die Stimmauszählung geht in einem rasendem Tempo voran. Einem zu rasenden Tempo, finden viele. Innerhalb von nichtmal einer Stunde wurden laut der staatlichen Agentur Anadolu mittlerweile fast 80 Prozent der Stimmen ausgezählt. Das scheint nicht menschenmöglich, in einem so großen Land wie der Türkei.

Der Vize-Präsident der größten Oppositionspartei CHP sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die so veröffentlichten Zahlen seien "illegale Aktionen, die der Regierung helfen sollen".

17:45 Uhr: Drei Viertel der Stimmen ausgezählt - Erdogan führt noch immer

Mehr als drei Viertel der Stimmen sind ausgezählt. Das Erdogan-Lager führt weiterhin, mit 54,3 Prozent der Stimmen. Das "Nein"-Lager hat sich auf 45,7 Prozent der Stimmen herangearbeitet.

Es bleibt also spannend.

17:32 Uhr: Oppositions-Politiker: "Verliert beim Fernsehgucken nicht den Glauben"

Es sieht schlecht aus für das "Nein"-Lager. Erdogan scheint das Referendum nach den derzeitigen Hochrechnungen für sich entscheiden zu können. Doch Özgur Özel, Politiker der größten Oppositionspartei CHP, warnt: "Verliert beim Fernsehgucken nicht den Glauben"

Die staatliche Agentur Anadolu präsentiere die Zahlen stets so, dass zuerst die Pro-Erdogan-Distrikte ausgezählt und angezeigt würden. Es sei also noch alles offen.

17:26 Uhr: Touristen-Region Antalya stimmt für Erdogan

Der Tourismus in der Türkei steckt in der Krise. Auch dank der repressiven Politik und Diplomatie des türkischen Präsidenten Erdogan. Beim Referendum stimmten jedoch laut vorläufigem Ergebnis in der beliebten Touristen-Region Antalya fast 60 Prozent der Bürger für Erdogan.

17:08 Uhr: Wahlbeteiligung bei fast 90 Prozent

Die Wahlbeteiligung für das Referendum ist erstaunlich hoch: Sie liegt bei 86,9 Prozent. Derweil sind über 50 Prozent der Stimmen ausgezählt - und weiter führt das Erdogan-Lager. 58,6 Prozent der Türken haben demnach mit "Ja" gestimmt. Doch das "Nein"-Lager holt auf.

16:57 Uhr: Ein Drittel der Stimmen ist ausgezählt - und Erdogan führt deutlich

Die Auszählungen gehen im rasantem Tempo voran. Schon ein Drittel der Stimmen sind ausgewertet worden - und Erdogan führt deutlich, mit einer Mehrheit von fast zwei Dritteln.

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16:32 Uhr: Staatliche Nachrichtenangentur: Knapp 16 Prozent der Stimmen ausgezählt, fast zwei Drittel Ja-Stimmen

Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu berichtet, dass bereits 15,9 Prozent der Stimmen ausgezählt sind. Demnach sollen davon 65 Prozent Ja-Stimmen sein. Darüber berichtet auch die türkisch Zeitung "Yeni Safak".

16:19 Uhr: Stromausfälle zu Beginn der Auszählungen

Die Linken-Abgeordnete Sevim Dagdelen berichtet, dass in den Städten Diyarbakir und Kilis sowie in weiteren türkischen Orten der Strom ausgefallen ist. Es werde zum Schutz der Urnen aufgerufen.

16:07 Uhr: Wahlbeobachter kritisiert Behinderungen durch türkische Polizei

Der Europarats-Wahlbeobachter und Linken-Bundestagsabgeordnete Andrej Hunko hat Behinderungen durch die Polizei beim Referendum im Südosten der Türkei beklagt. In der Kurdenmetropole Diyarbakir seien ihm und seinem Teamkollegen am Sonntag zwei Stunden lang der Zutritt zu Wahllokalen verwehrt worden, sagte Hunko der Deutschen Presse-Agentur per Telefon.

Erst nach einer Intervention des Europarates hätten die Beobachter Zutritt bekommen.

Auch die türkische Opposition äußerte Kritik: Ziya Pir, Abgeordneter der pro-kurdischen HDP, sagte der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag nach Schließung der Wahllokale in der Region per Telefon, Wahlbeobachter seiner Partei und der größten Oppositionspartei CHP seien in Diyarbakir von Polizisten abgeführt worden.

16:03 Uhr: Alle Wahllokale sind geschlossen

Jetzt gilt es: Alle Wahllokale in der Türkei sind seit 16 Uhr deutscher Zeit geschlossen, auch im Westen des Landes. Die Auszählungen sind im Gang, das Ergebnis wird um 17:30 Uhr deutscher Zeit erwartet.

15:40 Uhr: Bürgermeister von Ankara veröffentlicht angebliches Ergebnis der Kurdenregionen

Eigentlich sollen die Ergebnisse des Referendums erst um 17:30 Uhr deutscher Zeit bekannt gegeben werden. Ankaras Bürgermeister İbrahim Melih Gökçek hat nun jedoch auf Twitter erste Ergebnisse der Auszählungen in den Kurdenregionen im Süden und Südosten des Landes bekannt gegeben.

Demnach hätten dort über 80 Prozent der Türken mit "Ja" Erdogans Verfassungsänderung zugestimmt. Die Zahlen sind mit Vorsicht zu behandeln.

15:30 Uhr: Türkische Prominente geben ihre Stimmen ab

Viele türkische Prominente geben beim Referendum ihre Stimmen ab. CNN Türk twitterte davon Bilder: Links der Internetstar und Koch Nusret Gökçe, oben rechts Sänger Tarkan und unten rechts der Komiker Cem Yilmaz.

15:07 Uhr: Wahllokale im Osten der Türkei geschlossen

Im Osten der Türkei sind die Wahllokale seit 15:00 Uhr deutscher Zeit geschlossen. Im Westen des Landes darf noch bis 16:00 Uhr abgestimmt werden. Um etwa 17:30 Uhr werden die ersten Prognosen über das Ergebnis erwartet.

14:43 Uhr: Beide Lager machen trotz Werbeverbots weiter Wahlkampf

Eigentlich sollte am Tag des Referendums in der Türkei ein Wahlkampf- und Werbeverbot gelten. Das Ja-Lager der Erdogan-Anhänger scheint sich darum wenig zu kümmern. Auf Twitter sind immer wieder Posts zu sehen, die Plakate von Erdogan oder mit der Aufschrift "Evet" (Ja) zeigen.

Allerdings: In Istanbul sind auch weiterhin an vielen Häusern "Hayir"-Plakate zu sehen. Das "Nein"-Lager macht also auch mit dem Wahlkampf weiter.

14:00 Uhr: HDP-Politiker geben Stimme im Gefängnis ab

Auch die inhaftierte prokurdische Opposition nimmt am Referendum teil. Die HDP-Vorsitzenden Figen Yüksekdağ und Selahattin Demirtaş gaben ihre Stimmen im Gefängnis ab.

12:30 Uhr: Erdogan-Kritiker in Wahllokal attackiert

Die Szene zeigt auch dieses Video:

12:22 Uhr: Erdogans Modewahl ist kein Zufall...

... der türkische Präsident trug bei der Stimmabgabe sein Glücks-Sakko.

11:59 Uhr: Wahlbeobachter der EU gestoppt

Linken-Politiker Andrej Hunko, Wahlbeobachter der Parlamentarischen Versammlung des Europarates schreibt, er und seine Kollegen seien in Diyarbakir von bewaffneten Polizisten vor einem Wahllokal gestoppt worden.

Nach Intervention des Europäischen Rates wurde Hunko nun Zutritt gewährt.

11:42 Uhr: Erdogan-Unterstützer posten ihre Wahlzettel im Netz

Bei Twitter veröffentlichen immer mehr „Ja“-Wähler die Bilder ihrer Stimmabgabe. Sie wollen der Welt offenbar zeigen, dass sie hinter Erdogan stehen.

Das ist jedoch illegal und könnte dazu führen, dass die Stimmen nicht gezählt werden. Das wäre logistisch aber wohl schwer durchzusetzen.

11:49 Uhr: 3 Tote bei Schießerei in Wahllokal

Bei der Abstimmung in der Türkei ist es in einem Wahllokal zu einer Schießerei gekommen. Wie die Zeitung "Hurriyet" berichtet, wurden drei Menschen verletzt, sie starben im Krankenhaus. Bisher verlief die Abstimmung weitgehend friedlich.

Unter diesem Link erfahrt ihr mehr über den Vorfall.

11:00 Uhr: Polizei verhaftet Wahlbeobachter der Opposition

Beim Referendum in der Türkei werden Wahlbeobachter der Opposition nach Darstellung der pro-kurdischen HDP durch die Polizei in ihrer Arbeit behindert. Der HDP-Abgeordnete Ziya Pir sagte der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag per Telefon aus einem Wahllokal in der Kurdenmetropole Diyarbakir, Polizisten führten Wahlbeobachter seiner Partei und der größten Oppositionspartei CHP ab.

Hintergrund sei, dass auf Wahlbeobachter-Karten der Betroffenen der Name beziehungsweise das Symbol ihrer jeweiligen Partei abgebildet sei. Die Polizisten argumentierten, dass die Verwendung von Parteisymbolen in Wahllokalen am Wahltag nicht gestattet sei.

9:37 Uhr: Auf Twitter werden erste Vorwürfe der Wahlmanipulation laut

In der Stadt Adana soll es Wahlurnen ohne ein offizielles Siegel geben, berichtet die Nachrichtenseite "dokuz8"

7:00 Uhr: Der türkische Präsident Erdogan gibt seine Stimme ab

Beim Referendum über die Einführung eines Präsidialsystems in der Türkei hat Staatschef Recep Tayyip Erdogan seine Stimme in seiner Heimatstadt Istanbul abgegeben. Erdogan sagte anschließend, es handele sich nicht um ein gewöhnliches Referendum, sondern um eine Abstimmung über ein neues Regierungssystem.

Ministerpräsident Binali Yildirim - dessen Amt im Falle einer Mehrheit für das Präsidialsystem mit der nächsten Wahl abgeschafft würde - wählte in der westtürkischen Küstenmetropole Izmir.

Das Video zeigt Erdogan, wie er das Wahllokal verlässt:

Seit den frühen Morgenstunden können die Türken in der Türkei abstimmen - mit einem offiziellen Ergebnis wird am frühen Abend gerechnet.

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