München: 180 Sozialhilfeempfänger an Ostern aus ihren Wohnungen geworfen

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München ist für seinen angespannten Wohnungsmarkt bekannt - die Zahl der Obdachlosen stieg zuletzt deutlich | dpa
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Hart, aber gar nicht herzlich. Unter diesem Motto hat kurz vor Ostern wohl eine Münchner Immobilienfirma gehandelt - 180 Mieter mussten ihre Wohnung verlassen.

Laut der Lokalzeitung "tz" mussten die Mieter innerhalb von drei Stunden ihre Wohnungen verlassen.

"Wie ein Räumungskommando"

"Das klang wie ein Räumungskommando", sagte eine Bewohnerin der "tz". Die Menschen hatten laut Berichten nicht einmal genug Zeit, all ihre Sachen zu packen. Bei ihnen handelte es sich um Geringverdiener, deren Miete die Stadt bezahlt.

Wie das Immobilienunternehmen 2-Rent Group mitteilt, das die Wohnungen vermietet, habe die Stadt nicht auf Zahlungsaufforderungen und eine damit zusammenhängende Schließung über die Feiertage reagiert.

Das Sozialreferat in München verbreitet eine andere Version: Hier heißt es, die Betreiberin habe gedroht, den Betrieb des Hauses einzustellen. Damit die Bewohner über die Feiertage nicht plötzlich auf der Straße stehen, habe die Stadt handeln müssen.

"So kann man mit Menschen nicht umgehen"

Die Bewohner des Hauses wurden inzwischen in der Bayernkaserne untergebracht, die teilweise auch als Flüchtlingsunterkunft genutzt wird. "So kann man doch mit Menschen nicht umgehen", zitiert die "tz" einen 53-jährigen Bewohner.

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(bp)

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