Große Ehre für Joseph Ratzinger: Geburtstag an Ostern

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Aus Joseph Ratzinger wurde Papst Benedikt

Joseph Aloisius Ratzinger kam am 16. April 1927, immerhin schon mal einem Karsamstag, als drittes von drei Kindern (*1921, *1924) eines Polizisten und einer Köchin in Marktl am Inn zur Welt. Dass es ihn einmal von der kleinen Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Altötting an die Spitze der römisch-katholischen Kirche verschlagen würde, konnte damals noch keiner ahnen. Und doch ging er schnurstracks seinen Weg:

Vom Ministrant zur Reifeprüfung

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Schon als Kind war er Ministrant. 1939 schickten ihn die Eltern auf das erzbischöfliche Studienseminar St. Michael in Traunstein. Im staatlichen Chiemgau-Gymnasium hatten es ihm angeblich schon damals die geisteswissenschaftlichen Fächer angetan. Kriegsbedingt wechselte er auf das Maximiliansgymnasium in München. In dieser Zeit soll er erstmals das Priesteramt als Berufsziels genannt haben. Im Dezember 1944 wurde er zur Wehrmacht eingezogen. Kurzzeitig geriet er in amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er im Juni 1945 entlassen wurde. Im Gymnasium in Traunstein machte er dann schließlich die Reifeprüfung.

Vom Studium zum deutschlandweiten Theologie-Experten

Joseph Ratzinger studierte von 1946 bis 1951 Katholische Theologie und Philosophie an der Philosophisch-theologischen Hochschule Freising und an der Universität in München. 1951 wurde er zum Priester geweiht. 1958 wurde er der damals als 31-Jähriger Professor für Dogmatik und Fundamentaltheologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Freising. 1959 wechselte Ratzinger an die Uni nach Bonn, 1963 zog es ihn an die Uni Münster und 1966 nach Tübingen.

Der Papst kommt ins Spiel

1976 wurde Joseph Ratzinger Vizepräsident an der Universität Regensburg und "Päpstlicher Ehrenprälat". Ein Jahr später ernannt Papst Paul VI. (1897-1978) ihn zum Erzbischof von München und Freising und wenig später auch zum Kardinal. Als der Papst starb, nahm Ratzinger am Konklave teil, in dem der nächste Papst gewählt wurde: Papst Johannes Paul II. (1920-2005). Ebendieser ernannte Kardinal Ratzinger 1981 zum Präfekt der Glaubenskongregation. Gleichzeitig erhielt er die vatikanische Staatsbürgerschaft.

Weißer Rauch am weiß-blauen Himmel

Mit 75 Jahren wollte Kardinal Ratzinger eigentlich zurücktreten, doch Papst Johannes Paul II. lehnte ab. Wenige Tage nach dessen Tod am 2. April 2005 wiederum begann am 18. April das Konklave. Einen Tag und vier Wahlgänge später stieg endlich weißer Rauch auf, der Nachfolger war gefunden: Aus Kardinal Joseph Ratzinger wurde Papst Benedikt XVI.

Kritik und Amtsverzicht

Die ernstzunehmende Kritik an seinen erzkonservativen Ansichten verstummte während des Pontifikats nie, auch wenn er bei Kirchentagen wie ein Popstar gefeiert wurde. Und so gab Papst Benedikt im Februar 2013 seinen Amtsverzicht aus Altersgründen bekannt. Das Konklave zur Wahl des Nachfolgers begann am 12. März. Seit 13. Marz 2013 ist der zehn Jahre jüngere Papst Franziskus (80) im Amt...

Und was macht der Papst emeritus heute?

"Vater Benedikt", wie er genannt werden möchte, lebt zurückgezogen im Kloster Mater Ecclesiae in den Vatikanischen Gärten. Dort widmet er sich dem Gebet und der Meditation, wie er selbst sagte. Öffentliche Auftritte sind selten. An der Seligsprechung seiner Vorgänger 2014 nahm er teil. Ein Jahr später nahm er die Ehrendoktorwürde der Uni Krakau entgegen...

Und vielleicht gibt es auch am Ostermontag wieder ein paar Fotos, denn hoher Besuch aus der Heimat hat sich zum 90. Geburtstag angekündigt: Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (67) wird dem "Papst emeritus Benedikt XVI." laut Pressemitteilung persönlich gratulieren: "Vergelt's Gott!", will er ihm sagen. Auch weil er "wie kein Zweiter" die "bayerische Lebensart in die Welt getragen" hat. Ebenfalls Teil der Abordnung werden demnach Ehefrau Karin (*1958), die Landtagspräsidentin Barbara Stamm (72) und einige wenige Mitglieder des Kabinetts sein.