Außenminister Gabriel twittert zum Wahlausgang in der Türkei - und greift daneben

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GABRIEL
Bundesaußenminister Sigmar Gabriel | getty
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In der Türkei bahnt sich ein historischer Wahlkrimi an.

Die staatlichen Zeitungen und der türkische Präsident Recep Erdogan haben den Sieg für die Befürworter der Verfassungsänderung erklärt.

Allerdings soll es zu massiven Wahlmanipulationen gekommen sein. Die größte Oppositionspartei des Landes, die CHP, will das Ergebnis anfechten. Angeblich seien 1,6 Millionen falsche Stimmen in das Ergebnis eingeflossen.

In der Türkei droht Chaos

Der Türkei stehen also Stunden, wenn nicht Tage, der Ungewissheit bevor - und vielleicht auch blutige Demonstrationen.

In dieser Situation greift Bundesaußenminister Sigmar Gabriel zu seiner Twitter-App: "Es ist gut, dass der so erbittert geführte Wahlkampf, auch bei uns in Deutschland, jetzt vorbei ist", schreibt der SPD-Politiker.

Kein Wort dazu, was der Türkei in den kommenden Stunden blühen mag. Und dass die Polarisierung im Land weiter zunehmen wird. Kopf in den Sand und nach mir die Sintflut, scheint Gabriel zu denken.

Ergebnis wird zu weiterer Polarisierung führen

Die Kritik auf seinen Tweet folgte prompt. Hakan Tanrıverdi, Journalist bei der "Süddeutschen Zeitung" twitterte: "Weniger gut ist, dass ein knappes Ergebnis, unter Berücksichtigung der Umstände (Chancengleichheit), zu weiterer Polarisierung führen werden."

Und genau mit diesem Fakt wird sich Gabriel in den nächsten Wochen auseinandersetzen müssen - auch wenn er das jetzt vielleicht noch nicht sehen will.

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(ll)