Syrischer Ex-General: Assad-Regime im Besitz von "hunderten Tonnen" Chemiewaffen

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SYRIA
Syrischer Ex-General: Assad-Regime im Besitz von "hunderten Tonnen" Chemiewaffen | Ammar Abdullah / Reuters
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  • Syriens Diktator Assad streitet ab, Chemiewaffen einzusetzen - oder gar zu besitzen
  • Wiederholte Chemiewaffenangriffe im Syrien-Krieg beweisen das Gegenteil
  • Jetzt offenbart ein Ex-General: Das Regime soll noch 700 Tonnen toxische Chemikalien besitzen

Bashar al-Assad sieht nicht aus wie ein Mann, der Fassbomben auf Zivilisten werfen lässt, der befiehlt, tausende Menschen in Gefängnissen hinzurichten, der sein eigenes Volk mit Chemiewaffen vergast.

Und doch ist Bashar al-Assad dieser Mann. Dieser Massenmörder.

Das hält ihn nicht davon ab, sich den harmlosen Anschein zu geben, den schon sein zerbrechliches Äußeres suggeriert. So sagte Assad nach der Giftgasattacke in Chan Scheichun in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP: Der Angriff sei "100 Prozent konstruiert", die Kinder auf den grausamen Videos nicht tot - und seine Regierung besitze schon seit 2013 keine Chemiewaffen mehr.

Eine Lüge, die nun ein ehemaliger General des Assad-Regimes einmal mehr entlarvt.

"2000 Tonnen. Mindestens"

Brigadier-General Zaher al-Sakat, ehemals für die Kriegsführung mit Chemiewaffen in Syrien verantwortlich, sagte der britischen Zeitung "The Telegraph", Assads Regime habe riesige Mengen an Giften und Stoffen, aus denen Sarin-Gas hergestellt werden kann, nicht bei der UN gemeldet.

Sakat desertierte 2013 aus Syrien. "Sie haben nur 1.300 Tonnen angegeben, doch wir wussten, sie hatten fast das Doppelte", sagte er der Zeitung. "Sie hatten mindestens 2000 Tonnen. Mindestens."

Der ehemalige General glaubt, dass mit diesem Material Scud-Raketen befüllt werden und abgefeuert werden könnten.

"Experten halten Sakats Aussagen für glaubwürdig

Hamish de Bretton-Gordon, ehemaliger Kommandant der britischen Chemiewaffen-Einheiten und nun Berater syrischer NGOs, sagte dem "Telegraph", Sakats Schätzungen seien weit höher, als sein - aber "plausibel".

John Gilbert vom Centre for Arms Control and Non-Proliferation sagte der Zeitung, wenn die von Sakat angegebenen Mengen Chemikalien wie Phosphorus-Fluorine und Isopropyl enthalten würden, könne daraus Sarin in einer Menge von 700 Tonnen "absolut" gewonnen werden.

Es bleibt die bloße Hoffnung, dass Assad diese niemals einsetzen wird.

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