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14/04/2017 09:41 CEST

Nach gewaltsamem Rauswurf aus United-Airlines-Maschine: Passagier erlitt Nasenbruch und verlor zwei Zähne

dpa
Die Airline hat sich mehrfach entschuldigt

  • Der Fluggesellschaft United drohen nach dem gewaltsamen Rauswurf eines Passagiers empfindliche Strafen

  • Der 69-Jährige erlitt eine Gehirnerschütterung, hat sich die Nase gebrochen und zwei Zähne verloren

  • Der Anwalt des Mannes beschreibt den Vorfall in drastischen Worten

Der Mann, der in den USA am Wochenende brutal aus einem überbuchten Flugzeug gezerrt wurde, hat sich laut seinem Anwalt bei dem Vorfall ernsthaft verletzt. Der 69-Jährige habe eine Gehirnerschütterung erlitten, sich die Nase gebrochen und zwei Zähne verloren, sagte der Jurist Thomas Demetrio am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Chicago.

Die US-Fluggesellschaft United Airlines entschuldigte sich anschließend.

Schikanieren der Passagiere

Das Unternehmen hatte den Passagier am Sonntag gewaltsam aus der Kabine entfernen lassen, weil die Airline den Platz für eigene Mitarbeiter haben wollte. Videos von dem Vorfall zeigen, wie Sicherheitsleute den Mann über den Boden des Kabinengangs zum vorderen Ausgang des Flugzeugs ziehen. Das hatte weltweit Empörung ausgelöst.

Der Anwalt erhob schwere Vorwürfe gegen United Airlines und die Branche. Seit längerem schikanierten Fluggesellschaften Passagiere. Er erklärte, er werde wahrscheinlich Klage gegen United einreichen. Klagen dieser Art enden in den USA häufig mit hohen Vergleichssummen.

Der Mann will nie wieder fliegen

Der Anwalt sagte, sein Mandat wolle nie wieder fliegen. Der Vorfall sei für ihn schlimmer gewesen, "als das, was er erlebt hat, als er Vietnam verlassen hat". Der 69-Jährige hatte Vietnam demnach 1975 auf einem Boot den Rücken gekehrt.

Nach dem Vorfall war der Passagier in Medienberichten mit den Worten zitiert worden, er sei ausgewählt worden, weil er Chinese sei. Entsprechende Berichte wurden in China millionenfach geteilt und lösten eine Welle der Empörung aus.

Der Anwalt beantragte die Sicherung aller Videos des Vorfalls sowie aller relevanten Dokumente. Dies umfasse auch Cockpit-Aufzeichnungen sowie Personalakten der Mitarbeiter der Luftfahrtbehörde, die den Mann aus dem Flugzeug holten.

Die Airline hatte den Flug 3411 von Chicago nach Louisville (Kentucky) Passagiere gebeten, die Maschine wieder zu verlassen. Einer der Gründe war, dass eine United-Crew dringend an Bord sollte, weil sie für einen Flug am folgenden Morgen in Louisville eintreffen musste. Doch niemand meldete sich freiwillig.

Senator Chris van Hollen kündigt Gesetzesinitiative an

Die US-Fluggesellschaft will nun alle Passagiere des Flugs 3411 in Höhe des Preises ihrer Tickets entschädigen, wie ein Unternehmenssprecher der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

United-Vorstandschef Munoz hatte sich nach Kritik und Boykottaufrufen in sozialen Netzwerken ausführlich für den Vorfall entschuldigt, nachdem es erst so geklungen hatte, als gebe er dem Passagier die Schuld.

Der demokratische Senator Chris van Hollen kündigte laut Medienberichten eine Gesetzesinitiative an. Nach seinem Willen soll es Fluggesellschaften künftig verboten werden, Passagiere zwangsweise aus einer überbuchten Maschine zu holen. Die Airlines sollten mögliche Probleme bei überbuchten Fliegern außerdem vor dem Einsteigen der Passagiere ins Flugzeug lösen.

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(sk)

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