Merkel soll britischen Geheimdienst konsultiert haben: "Vertraut sie ihren eigenen Leuten nicht mehr?"

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Geheime Treffen mit britischem Geheimdienst: "Vertraut Merkel ihren eigenen Leuten nicht mehr? | Michaela Rehle / Reuters
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  • Kanzlerin Merkel soll sich mit den Chefs britischer Geheimdienste getroffen haben
  • Als Dank für Informationen über Terror in Deutschland soll sie Dossiers weitergegeben haben
  • Deutsche Politiker reagieren irritiert

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich mindestens zweimal von den Chefs der drei britischen Geheimdienste über terroristische Bedrohungen in Deutschland und Europa unterrichten lassen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Focus".

An den vertraulichen Treffen nahm auch der Leiter des Abhördienstes Government Communications Headquarters (GCHQ) teil, der nach Erkenntnissen des Berliner NSA-Untersuchungsausschusses umfangreiche illegale Lauschoperationen in Deutschland durchführte.

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"Vertraut sie ihren eigenen Leuten nicht mehr?"


Wie "Focus" meldet, stoßen Merkels geheime Briefings bei deutschen Sicherheitsexperten auf starke Kritik. "Frau Merkel ist in den vergangenen zwölf Jahren ihrer Kanzlerschaft nicht in einziges Mal in die wöchentlichen Lagebesprechungen mit den Präsidenten der deutschen Sicherheitsbehörden gekommen“, sagte ein hoher Regierungsbeamter dem Magazin. "Warum reist sie dann nach England – vertraut sie ihren eigenen Leuten nicht mehr?“

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Christian Flisek twitterte, er halte das für einen "merkwürdigen Umgang".

Merkels letztes Treffen mit den britischen Agentenchefs fand im Oktober 2015 in Chequers statt, 60 Kilometer nordwestlich von London entfernt. Auf dem einsam gelegenen Landsitz des damaligen Premierministers David Cameron traf sie außer Abhörchef Robert Hanningan noch Andrew Parker, Chef der Terror- und Spionageabwehr MI5, und Alex Younger, Boss der weltweiten Auslandsaufklärung MI6. Als Dank für das Briefing, von dem die deutschen Behörden offiziell nichts wussten, übergab die Kanzlerin den Briten ein Dossier des Bundesnachrichtendienstes (BND) über Russlands Präsident Wladimir Putin und eine Analyse zur Lage auf der Krim. Nach "Focus"-Recherchen wurden die vertraulichen Papiere in der für Nachrichtendienste zuständigen Abteilung 6 des Kanzleramts zusammengestellt. Auch dies geschah offenbar ohne Wissen der Sicherheitsbehörden.

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(jg)

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