Warum Ärztinnen auf der ganzen Welt dieses Magazincover nachstellen

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Ärztinnen weltweit twittern Fotos von sich selbst - und das alles wegen eines Covers des renommierten US-Magazins "The New Yorker".

Die Ausgabe von Anfang April des Magazins ziert eine Grafik des Künstlers Malike Favre. Das Bild zeigt vier weibliche Ärztinnen in ihren OP-Kitteln mit Mundschutz, wie sie sich über einen Operationstisch beugen.

Der Ärztin Susan Pitt, die als Chirurgin an der Universität von Wisconsin arbeitet, fiel das Cover auf und sie hatte sofort eine Idee. Sie stellte das Cover mit Kolleginnen nach und twitterte es mit dem Hashtag #ILookLikeASurgeon.

"Ich hoffe, dass ich dadurch den Menschen die Augen öffnen kann", sagte Pitt dem US-Nachrichtenportal "Buzzfeed". "Dafür, dass Frauen Ärztinnen sein können und in jedem Beruf arbeiten können, auf den sie Lust haben. Es gibt keinen Beruf, der nur Männern vorbehalten ist."

Für sie fühle es sich jedesmal wie ein Schlag in die Magengrube an, wenn sie für eine Krankenschwester gehalten werde.

Nachdem sie ihr Foto getwittert hatte, rief sie auch andere weibliche Chirurgen dazu auf, das Cover nachzustellen.

Die Chirurgie ist immer noch ein von Männern dominiertes Berufsfeld, in dem in den USA nur 19 Prozent der Mitarbeiter weiblich sind. In Deutschland sind es 18 Prozent.

Sexismus am OP-Tisch

Viele weibliche Chirurgen haben sich in der Vergangenheit über den täglichen Sexismus beschwert, den sie am Arbeitsplatz erleben müssen. Viele weibliche Ärztinnen werden für Krankenschwestern oder für Assistentinnen gehalten.

Wie die Chirurgin Niamey Wilson in einem Blog für die Huffington Post schreibt:

"Eine Frau in einem Kittel, die den Flur in einem Krankenhaus hinuntergeht, wird nur in den seltensten Fällen für eine Ärztin gehalten. Ich selbst werde oft für eine Krankenschwester gehalten. Bei Männern ist es genau andersherum. Auch wenn sie erst in der Ausbildung sind, werden sie meist für Ärzte gehalten."

Der Tweet von Pitt verbreitete sich umgehend bei Twitter und Ärztinnen weltweit stellten das Bild nach und twitterten es.

Hier ein weiteres Beispiel:

Hier ein Bild aus Mexiko-Stadt:

Eine Nutzerin teilte eine Zusammenschau der vielen Fotos, die weltweit entstanden sind:

Der Artikel erschien zuerst bei Huffington Post USA und wurde von Benjamin Reuter übersetzt.

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(ll)