Trump sagt, dass die Nato jetzt doch nicht obsolet ist

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TRUMP STOLTENBERG
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg | Chip Somodevilla via Getty Images
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  • Nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Stoltenberg scheint Donald Trump seine Meinung zur Nato geändert zu haben
  • Für ihn ist das Verteidigungsbündnis "nicht mehr obsolet"
  • Während des Wahlkampfes hatte er die Nato wiederholt als überflüssig bezeichnet

US-Präsident Donald Trump scheint seine Meinungen so oft zu wechseln, wie seine Unterhosen.

Bei einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat er die Bedeutung des Verteidigungsbündnisses Nato betont. Zuvor hatte er während des Wahlkampfes die Nato regelmäßig als "absolet" bezeichnet.

Alles vergessen. Bei der Pressekonferenz erklärte der Präsident, er habe sich "vor langer Zeit" darüber beschwert, dass die Nato nicht genug im Kampf gegen den Terrorismus tue. Dann habe das Bündnis das geändert. "Ich habe gesagt, es ist obsolet. Es ist nicht länger obsolet."

Zuletzt hatte er die Nato am 15. Januar in einem Interview mit der "Times of London" und der "Bild"-Zeitung als obsolet bezeichnet. Damals sagte er: "Ich wurde so scharf angegriffen, als ich sagte, dass die Nato obsolet ist. Sie ist obsolet, weil sie sich nicht um den Terror kümmert. Ich wurde für zwei Tage scharf angegriffen. Und dann sagten sie, Trump hat recht."

Trump bezeichnet Nato auf einmal als "Bollwerk" für Frieden und Sicherheit

Nun hat Trump der Nato seine Verbundenheit zugesichert - die Bündnismitglieder aber erneut an ihre finanziellen Verpflichtungen erinnert. Er wolle mit den anderen Ländern zusammenarbeiten, um das Bündnis zu stärken, sagte er am Mittwoch bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg.

Die Militärallianz sei ein "Bollwerk" für Frieden und Sicherheit. Er forderte aber zugleich, dass die anderen Staaten ihre Verteidigungsausgaben erhöhen müssten.

Stoltenberg sagte nun, er sei sich mit Trump darüber einig, dass die Nato auf dem Gebiet der Terrorismusbekämpfung mehr tun könne. Das werde ein wichtiges Thema beim Gipfel der Staats- und Regierungschefs der Allianz im Mai in Brüssel sein.

Trump beansprucht Anti-Terror-Maßnahmen der Nato für sich

Die Nato hatte im Februar einen Ausbau des Stützpunktes in Neapel beschlossen, um das Engagement im Anti-Terror-Kampf stärken zu können. In Bündniskreisen wurde aber damals betont, dass die Pläne nicht im direkten Zusammenhang mit der Wahl Trumps standen.

Trump sah das anders. Er schrieb sich die Einrichtung des Stützpunktes auf die Fahnen - und warf der Nato vor, seinen Einfluss nicht gewürdigt zu haben.

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(ben)