"Ich fühle mich wie ein Tier, nicht wie ein Mensch": BVB-Spieler Sokratis rechnet mit der UEFA ab

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"Ich fühle mich wie ein Tier, nicht wie ein Mensch": BVB-Spieler Sokratis rechnet mit der UEFA ab (Archivbild) | Alexandre Simoes via Getty Images
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  • BVB-Spieler Sokratis hat die UEFA nach dem Nachholspiel am Mittwochabend scharf kritisiert
  • Er habe sich dabei wie ein Tier, nicht wie ein Mensch gefühlt, so schnell wieder auf dem Rasen gestanden zu haben
  • Nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus des BVB hatte die UEFA das Spiel lediglich um einen Tag verschoben

Die Spieler von Borussia Dortmund und Trainer Thomas Tuchel haben nach dem Nachholspiel am Mittwochabend teilweise offen Kritik am Fussballverband UEFA geübt. Nach dem Sprengstoffanschlag auf den Mannschaftsbus am Dienstagabend hatte der Verband das Spiel gegen den AS Monaco auf den nächsten Tag verschoben.

Der BVB-Verteidiger Sokratis Papastathopoulos sagte dem Sport-Fernsehsender ESPN FC nach dem Abpfiff: "Ich bin froh, noch am Leben zu sein. Es war der schwierigste Tag meines Lebens - und ich hoffe, niemand muss je so einen Tag erleben."

Dann kam Sokratis auf die umstrittene Entscheidung der UEFA zu sprechen, das Spiel so zügig nachzuholen. Der Verband und auch die Verantwortlichen von Borussia Dortmund hatten den Schritt mit dem Termindruck begründet, der auf den Vereinen laste.

"Wir sind keine Tiere, wir sind Menschen"

BVB-Spieler Sokratis hatte dafür kein Verständnis: "Die UEFA muss verstehen, dass wir keine Tiere sind. Wir sind Menschen, die Familien haben, die Kinder im Haus haben. Wir sind keine Tiere. Ich bin froh, dass alle Spieler und alle Team-Mitglieder am Leben sind."

Sokratis sagte, es sei sehr schwer gewesen, sich nach einem solchen Vorfall wieder auf Fußball zu konzentrieren. Er kündigte auch an, mit BVB-Präsident Reinhard Rauball und Trainer Thomas Tuchel reden zu wollen. "Wir haben zwar keine Lösung. Aber ich fühle, was ich schon gesagt habe: Ich fühle mich wie ein Tier, nicht wie ein Mensch."

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Auch Teamkollege Sahin kritisiert die Entscheidung

Auch sein Teamkollege Nuri Sahin äußerte sich ähnlich. Er sagte in einem Interview nach dem Spiel: "Ich weiß, dass Fußball sehr wichtig ist. Wir lieben Fußball, wir leiden für den Fußball, wir verdienen viel Geld und führen ein privilegiertes Leben. Aber wir sind Menschen, und es gibt so viel mehr als Fußball in der Welt - und am Dienstagabend haben wir das gespürt."

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(ujo)

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