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"Mutter aller Bomben": Ein Tweet Snowdens fasst Trumps Scheinheiligkeit perfekt zusammen

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MOTHER OF ALL BOMBS
"Mutter aller Bomben": Ein Tweet Snowdens fasst Trumps Scheinheiligkeit perfekt zusammen | AP
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  • Die USA haben ein mutmaßliches IS-Versteck mit der "Mutter aller Bomben" angegriffen
  • Es handelt sich um die größte jemals von den USA jemals eingesetzte nicht-nukleare Bombe
  • US-Präsident Trump brüstete sich mit dem Erfolg
  • Whistleblower Snowden allerdings entlarvte, wie scheinheilig das ist

US-Präsident Donald Trump war sehr zufrieden mit sich. Das US-Militär hat ein vermutetes Versteck der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Afghanistan mit der "Mutter aller Bomben" angegriffen. Trump sprach von einer "sehr, sehr erfolgreichen Mission".

Dabei handelt es sich nach Pentagon-Angaben um die größte nicht-nukleare Bombe, die jemals vom US-Militär im Gefecht eingesetzt wurde. Die GBU-43B-Bombe enthält den Angaben zufolge elf Tonnen Sprengstoff.

Es ist unklar, ob er selbst den Abwurf der Bombe anordnete, ob es ein Militär war oder ob der Befehl vielleicht sogar noch auf die Zeit der Obama-Regierung zurückgeht.

Aber offensichtlich ist, dass Trump mit dem Bombenabwurf assoziiert werden möchte. "Jeder weiß genau, was passiert. Was ich tue, ist, ich autorisierte das Militär", sagte er dem Sender CNN.

Was Trump nicht erwähnte, waren die Kosten des Bombenabwurfs. Auf die wies Whistleblower Edward Snowden in einem Tweet hin.

Nach Angaben der "LA Times" hat das US-Militär 20 dieser Bomben für einen Gesamtpreis von 314 Millionen-US Dollar bestellt - eine einzelne Bombe kostet also etwa 16 Millionen Dollar.

Diese Information wird seinen Wählern nicht gefallen. Trump war mit dem Wahlversprechen angetreten, sich aus militärischen Abenteuern herauszuhalten und sich um die Bedürfnisse der Amerikaner zu kümmern.

In seinem Tweet weist Snowden auch auf Trumps Finanzpläne hin. Nach einem von Trump präsentierten Vorschlag für einen Haushaltsplan würden die Mittel für das Programm "Meals on Wheels" - Essen auf Rädern, das zurzeit 2,4 Millionen Menschen in den USA mit Essen versorgt, eingestellt werden. "Meels on Wheels" hilft Senioren und andere Menschen, die sich Mahlzeiten nicht leisten oder sie nicht selbst zubereiten können, indem es ihnen Essen an die Haustür liefert.

Für Bomben scheint es immer genug Geld zu geben - bei allen US-Präsidenten.

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(sk)