Ex-Vertrauter von Frauke Petry attackiert AfD-Chefin - wegen ihres Ehemanns

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PETRY PRETZELL
Ex-Vertrauter von Frauke Petry rechnet mit AfD-Chefin ab - wegen ihres Ehemanns | Fabrizio Bensch / Reuters
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  • Ein Vertrauter von Frauke Petry bricht mit der AfD-Chefin
  • Grund dafür ist der Ehemann von Petry
  • Der ehemalige AfD-Mitarbeiter Klonovsky bezeichnet ihn als Hochstapler - beide streiten sich schon länger wegen eines Arbeitsvertrags

Der Mitarbeiter des sächsischen Landtags, Michael Klonovsky, bricht nach Informationen des "Focus" mit Parteichefin Frauke Petry. Er galt bis dahin als Vertrauter der AfD-Politikerin.

Der Autor und Journalist Klonovsky fordert demnach auch andere AfD-Mitglieder auf, Petry die Unterstützung zu entziehen. In einer Erklärung, die am Donnerstag im Internet veröffentlicht wird, schreibt Klonovsky:

"Frau Petry mag vielleicht die talentierteste Politikerin der AfD sein, aber wem das Schicksal der Partei am Herzen liegt, der darf diese Frau nicht unterstützen. Frauke Petry sollte weder Spitzenkandidatin der AfD für die Bundestagswahl werden noch einem Kandidatengremium angehören, denn auch das würde sie im Nu spalten.“

Der Grund für sein Urteil sei nicht Petry selbst. "Der Grund ist Marcus Pretzell, ihr Ehemann", schreibt er.

"Pretzell ist eine Hochstaplerfigur"

"Pretzell ist eine Hochstaplerfigur, ein unseriöser Mensch mit krankhaftem Drang zur Intrige und zum Schüren von Konflikten, ein Politiker, der Verträge für unverbindlich und Versprechen für elastische Floskeln hält", schreibt Klonovsky. Das Problem sei, dass Pretzell mittlerweile einen sehr starken Einfluss auf die Parteichefin ausübe.

Tatsächlich stehen beide kurz vor dem entscheidenden Parteitag in Köln so isoliert da wie noch nie. Petry wirbt für eine "realpolitische Strategie", mit der die Partei koalitionsfähig werden soll. Andere Mitglieder, wie etwa AfD-Vize Alexander Gauland, wollen da nicht mitziehen.

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Der Hintergrund des Streits zwischen Klonovsky und Pretzell ist ein Arbeitsvertrag. Pretzell soll mit Klonovsky zwar einen Arbeitsvertrag unterzeichnet haben, aber nie wie vereinbart gezahlt und auch keine Sozialbeiträge für ihn abgeführt haben.

Pretzell bestreitet die Vorwürfe

Zunächst stritt der AfD-Politiker ab, dass der Petry-Berater ihm überhaupt zugearbeitet hätte. Auf "Focus"-Anfrage sagte Pretzell: "Es gibt und es gab nie einen Arbeitsvertrag mit Herrn Klonovsky. Er hat mir nie seine Arbeitskraft angeboten." Weil die EU eine Finanzierung der Anstellung verweigert hätte, sei der Arbeitsvertrag nie gültig geworden.

Allerdings findet sich in dem Dokument, das auch dem "Focus" vorliegt, keine Klausel, die das Arbeitsverhältnis von der EU abhängig machen würde.

Im Gegenteil heißt es darin: "Hierbei handelt es sich um einen privatrechtlichen Vertrag, der nur für den Arbeitgeber und den Arbeitnehmer verbindlich ist. Das europäische Parlament (...) kann nicht an Streitigkeiten beteiligt werden, die sich aus dem vorliegenden Vertrag ergeben, und trägt keinerlei Verantwortung für Handlungen oder Unterlassungen des Arbeitgebers oder des Arbeitnehmers."

Einer NRW-Landesvorstandssitzung am vergangenen Sonntag, auf der Pretzell die Vorwürfe hätte aufklären sollen, blieb der Politiker nach Angeben anderer Vorstandsmitglieder unentschuldigt fern.

Mittlerweile reichte Michael Klonovskys Anwalt gegen Pretzell eine Klage auf ein ausstehendes Gehalt von 24.000 Euro von Juli bis Dezember 2016 beim Arbeitsgericht München ein.

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(ujo)