Eine Zahl zeigt, wie schlecht es vielen Alleinerziehenden in Deutschland geht

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ALLEINERZIEHENDE
Viele Alleinerziehende in Deutschland können von ihrem Lohn nicht leben | dpa
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  • 90 Prozent der Alleinerziehenden, die nur den gesetzlichen Mindestlohn verdienen, brauchen staatliche Unterstützung
  • Die Linksfraktion im Bundestag fordert daher eine Erhöhung des Mindestlohns

Die meisten Alleinerziehenden, die ein Kind haben und nur den gesetzlichen Mindestlohn verdienen, kommen nach einem Medienbericht nicht ohne staatliche Unterstützung über die Runden.

90 Prozent der Betroffenen brauchten Sozialleistungen, weil sie von ihrem Einkommen nicht ihre Lebenshaltungs- und Wohnkosten decken könnten, schreibt die "Rheinische Post". Diese eine Zahl reicht, um zu verstehen, in welch prekärer Situation sich viele Alleinerziehende befinden.

Die Zeitung beruft sich auf die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag.

Geld reicht häufig für die Miete nicht

Demnach bleiben einer Alleinerziehenden mit einem Bruttolohn von 1444 Euro unter Berücksichtigung von Steuern, Abgaben, Freibeträgen und Lebenshaltungskosten noch 339 Euro für die Kosten von Wohnung und Heizung.

Bei 87 Prozent der Betroffenen mit einem Kind lägen die von den Behörden anerkannten Wohnkosten höher.

Der Vize-Fraktionschef der Linken im Bundestag, Klaus Ernst, erneuerte daher die Forderung seiner Partei nach einem Mindestlohn von zwölf Euro, um den Niedriglohnsektor in Deutschland einzudämmen und um arbeitende Menschen aus Sozialleistungen herauszuholen. Derzeit liegt der Mindestlohn bei 8,84 Euro pro Stunde.

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(ll)