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13/04/2017 07:20 CEST | Aktualisiert 13/04/2017 08:14 CEST

"Die Gesichter werde ich nie vergessen": BVB-Spieler Sahin gibt emotionales Interview nach Abpfiff

  • BVB-Spieler Nuri Sahin gab nach dem Nachholspiel am Mittwochabend ein bewegendes Interview

  • Nach dem Anschlag auf den BVB-Bus habe er erst in der zweiten Hälfte überhaupt wieder an Fußball denken können

  • Sein emotionales Interview seht ihr auch oben im Video

Nur 24 Stunden nach dem Sprengstoffanschlag auf ihren Mannschaftsbus sind die Spieler von Borussia Dortmund wieder auf dem Platz gestanden. Das Viertel-Finalspiel der Champions League gegen den AS Monaco war nach der Attacke am Dienstagabend auf den nächsten Tag verschoben worden.

Die Mannschaft verlor mit 2:3. Nach dem Abpfiff erklärte BVB-Spieler Nuri Sahin in einem bewegenden Interview, wie es sich angefühlt hatte, schon nach so kurzer Zeit wieder über den Rasen zu laufen und Fußball zu spielen.

"Es ist schwer, die richtigen Worte zu finden"

Dem norwegischen Reporter Jan Aage Fjortoft sagte Sahin, es sei schwierig, die richtigen Worte dafür zu finden, was in den letzten 24 Stunden passiert sei.

"Wir haben sowas oft im Fernsehen gesehen", sagte er über den Anschlag, "und es war weit weg. Sogar als es in Istanbul, meinem Heimatland, an Silvester passiert ist, war es nah, aber doch sehr weit weg von uns", sagte der Deutschtürke. "Gestern haben wir gespürt, wie es ist, in so einer Situation zu sein. Ich wünsche keinem solche Gefühle."

Der Reporter fragte, wie sehr Fußball da noch eine Rolle gespielt habe. Sahin antwortete sichtlich bewegt: "Ich weiß nicht, ob die Menschen das verstehen, aber bis ich auf dem Spielfeld war, in der zweiten Hälfte, habe ich nicht über Fußball nachgedacht, um ehrlich zu sein."

Mehr zum Thema: Was wir über den Anschlag auf den Mannschaftsbus des BVB wissen - und was nicht

"Es gibt so viel mehr als Fußball in der Welt"

"Ich weiß, dass Fußball sehr wichtig ist. Wir lieben Fußball, wir leiden für den Fußball, wir verdienen viel Geld und führen ein privilegiertes Leben. Aber wir sind Menschen, und es gibt so viel mehr als Fußball in der Welt - und am Dienstagabend haben wir das gespürt"

Dann kam Sahin noch einmal auf den Moment zu sprechen, als der Anschlag passierte. Er habe noch immer eine Gänsehaut, wenn er daran denke, gestand er dem Reporter. "Wenn man in dem Bus gestern war... Ich kann die Gesichter nicht vergessen. Ich werde die Gesicht mein ganzes Leben lang nicht vergessen, da bin ich mir sicher. Es war unglaublich", sagte Sahin.

Der Fußballverband (UEFA) und der Verein Borussia Dortmund begründeten die Entscheidung, das Spiel so zügig nachzuholen, mit dem Termindruck. Auf die Gefühle der Spieler wurde dabei offenbar keine Rücksicht genommen, wie Sahins Interview zeigt.

Mehr zum Thema: "Gefühl der Machtlosigkeit": BVB-Coach rechnet mit UEFA-Funktionären ab

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(bp)

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