LIFESTYLE
13/04/2017 13:03 CEST | Aktualisiert 14/04/2017 10:11 CEST

Wenn ihr diesen kurzen Brief von Amazon-Chef Bezos lest, spart ihr euch jedes Karriere-Buch

Es gibt viele gute Gründe auf die Worte des Amazon-Chefs Jeff Bezos zu hören. Der Top-Unternehmer und Investor zählt zu den erfolgreichsten Menschen der Welt.

Mit einem Vermögen von 72,8 Milliarden US-Dollar belegt er auf der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt den dritten Platz. Doch der Multi-Milliardär ist für viele Menschen auch eine Art Business-Guru.

Jedes Jahr veröffentlicht er einen Brief, in dem er seine Weisheiten zum Besten gibt. Sein neuester Brief liest sich wie ein Management-Ratgeber im Kurzformat.

Eine Zusammenfassung des Textes seht ihr oben im Video.

Es zählt nur Eines: Tag 1

In dem diesjährigen Schreiben ist Bezos Hauptthema "die Energie des Tag 1“ und die damit verbundene Frage, wie man verhindert, am "Tag 2" anzukommen.

Denn „Tag 2“, so Bezos, steht für Unproduktivität und Stillstand. Auf "Tag 2" folgen nur noch Irrelevanz und, wie er theatralisch schreibt, "qualvoller Niedergang und Tod“. Zugegeben: Das klingt nicht sonderlich erbauend.

Deshalb hat Bezos seinen Lesern nun ein "Starter-Paket“ mit den Grundlagen für die Erhaltung des "Tag 1“ geschnürt. Demnach sollen die Leser vier einfache Punkte beachten.

1. Wahre Kunden-Besessenheit

"Kunden sind immer unzufrieden. Selbst dann, wenn sie behaupten, es nicht zu sein und die Geschäfte `hervorragend´laufen. Bezos ist sich sicher: Kundenbedürfnisse müssen nicht erkannt, sondern geweckt werden.

"Es nutzt nichts, einfach nur darauf einzugehen. Wenn es wirklich euer Wunsch ist, Kunden zu begeistern, dann bringt euch das dazu, in ihrem Namen Neues zu erfinden“, schreibt Bezos.

Als Paradebeispiel für diese These nimmt er "Amazon Prime“. "Kein Kunde hat jemals nach einer Prime-Mitgliedschaft bei Amazon verlangt, bis wir mit Amazon-Prime an den Markt gegangen sind. Wie sich inzwischen herausgestellt hat, war es genau das, was ihnen gefehlt hat.“

2. Proxies widerstehen

"Sobald Unternehmen größer und somit auch komplexer werden, entwickeln sie eine Tendenz dazu, Dinge anders zu priorisieren. Im Verwaltungswahn gerät das Wichtige dabei meist in den Hintergrund“, schreibt Bezos.

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Diese komplexen Prozesse beschreibt er als "Proxies“, was sich in diesem Kontext am ehesten mit "Stellvertreter-Prozessen“ übersetzen lässt.

Bezos Rat: "Jeder Prozess muss geprüft und hinterfragt werden. Man muss sich der Frage stellen, ob wir den Prozess leiten oder der Prozess uns? Um erfolgreich zu sein, muss man lernen, den Kunden zu verstehen. Statistiken und Marktforschungs-Ergebnisse sind dabei nicht immer der Schlüssel zum Erfolg.

Nachhaltige Kundenzufriedenheit kann nur erreicht werden, wenn beim Kunden Neugier, Intuition und Emotionen angesteuert werden. All das findet man weder in einer Studie, noch in einer Umfrage.“

3. Trends wahrnehmen

Bezos ist überzeugt: Wer nicht ein Gefühl für anhaltende Trends und Innovationen entwickelt, der findet sich schnell in "Tag 2“ wieder - der absoluten Stagnation.

Wer nicht offen und neugierig ist, der verschließe sich der Zukunft. "Für große Unternehmen ist es oft schwierig, Neuem gegenüber offen zu sein. Doch besonders in Anbetracht des steten Wandels ist genau dieser Punkt extrem wichtig“, schreibt er.

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"Ob Algorithmen für die Bedarfsprognose, Produktsuchranglisten, Produkt- und Angebotsempfehlungen, Merchandising Platzierungen, Betrugserkennungssysteme und vieles mehr – all das sind sinnvolle Innovationen für das Kerngeschäft von Amazon, die nachhaltigen Erfolg sichern.“

4. Schnelle Entscheidungen treffen – in Hochgeschwindigkeit

Ein Unterschied zwischen "Tag 1“ und "Tag 2“ -Unternehmen ist, dass letztere schlichtweg länger brauchen, um wichtige Entscheidungen zu treffen, so Bezos.

"Die Dynamik und den Schwung von "Tag 1“ beizubehalten, ist gerade für große Firmen schwer. Doch genau diese Unbeschwertheit, die viele Start-Up Unternehmen an den Tag legen, ist äußerst wichtig“, schreibt er.

Unternehmen müssten auf jeden Fall vermeiden, sich auf Universallösungen zu verlassen. Laut Bezos ist es viel wichtiger, schnell eine auf das Problem zugeschnittene Lösung zu entwickeln, als zu zögern. Alles andere koste am Ende nicht nur mehr Zeit, sondern auch mehr Geld.

Das könne oft nur mit einer "Disagree and Commit“ – Strategie einhergehen. Bezos meint damit folgendes: "Nicht einverstanden sein, aber trotzdem dazu stehen.“

Oft sei er nicht mit einem bestimmten Plan einverstanden, gebe seinen Mitarbeitern aber trotzdem grünes Licht. Das spare am Ende die Zeit, die die Mitarbeiter sonst aufbringen müssten, um ihn davon zu überzeugen. Korrigieren könne man den eingeschlagenen Weg am Ende immer noch.

Traditionell und um seine Thesen zu untermauern, fügt Jeff Bezos am Ende seines Schreibens noch einmal den Amazon-Aktionärsbrief aus dem Jahr 1997 an – dem "Tag 1" des Unternehmens.

Die Notwendigkeit hinter dieser Aktion ist allerdings dahingestellt, schließlich sprechen die Zahlen ohnehin schon für sich: Im März 2017 stieg Jeff Bezos zum zweitreichsten Menschen der Welt auf - mit einem Privatvermögen von 75,3 Milliarden US-Dollar.

Leserumfrage: Wie fandet ihr uns heute?

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(ame)

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