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Syriens Diktator Assad behauptet: Chemiewaffenangriff zu "hundert Prozent konstruiert"

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BASHAR ASSAD
Syriens Diktator Assad behauptet: Chemiewaffenangriff zu "hundert Prozent konstruiert" | Sana Sana / Reuters
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  • Baschar al-Assad behauptet, der Chemiewaffenangriff auf die Stadt Chan Scheichun sei nie passiert
  • Sein Regime besitze keine Chemiewaffen mehr
  • Derweil blockierte Russland am Mittwoch eine weitere Resolution der UN zum Syrien-Krieg

Syriens Diktator Baschar al-Assad hat in einem Interview behauptet, dass der Chemiewaffenangriff auf die Stadt Chan Scheichun Anfang April zu "hundert Prozent konstruiert" sei. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Weiter sagte er, dass die syrische Armee über keine Chemiewaffen mehr verfüge.

Russland blockiert UN-Resolution zu Syrien-Krieg

Derweil hat Russland am Mittwoch zum achten Mal seit Beginn des Bürgerkriegs mit einem Veto eine Syrien-Resolution im UN-Sicherheitsrat verhindert. Zehn Mitglieder des Gremiums stimmten am Mittwoch in New York für den inzwischen vierten Entwurf einer Resolution zum mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien. Zwei Mitglieder stimmten dagegen, darunter Russland, dessen Veto die Verabschiedung des Papiers blockierte. China enthielt sich, ebenso wie zwei andere Mitgliedsländer.

Der von Großbritannien, Frankreich und den USA vorgelegte Entwurf hätte die mutmaßliche Attacke auf das Schärfste verurteilt und die syrische Regierung verpflichtet, internationalen Ermittlern Zugang zu gewähren. Schon vergangene Woche waren mehrere Anläufe, auf den vermuteten Gasangriff mit einer Resolutionen zu reagieren, in dem höchsten UN-Gremium gescheitert.

USA: "Herrschaft der Assad-Familie geht zu Ende"

Die USA fordern weiter eine Ablösung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. "Unsere Sicht ist klar, dass die Herrschaft der Assad-Familie zu Ende geht", sagte Außenminister Rex Tillerson am Mittwoch nach seinen Gesprächen in Moskau.

Russland als enger Verbündeter Syriens habe eine besondere Rolle darin, dies der Assad-Familie klarzumachen, sagte Tillerson bei einer Pressekonferenz mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow. Er legte sich aber nicht fest, zu welchen Zeitpunkt einer politischen Lösung dieser Abschied von der Macht kommen sollte. Aber ein Verbleib Assads an der Macht werde weder in Syrien noch in der Welt akzeptiert werden.

Lawrow blieb bei der russischen Haltung, dass das syrische Volk darüber entscheiden sollte. Es gehe nicht an, Regierungen einfach zu entfernen. Die politische Lösung müsse klar sein. Einig waren die Außenminister, dass Russland und die USA weiter gemeinsam die internationalen Anstrengungen für eine Friedenslösung in Syrien anführen sollten.

Tillerson unterstrich eine Gemeinsamkeit: "Wir glauben beide an ein ungeteiltes und stabiles Syrien." Das Bürgerkriegsland dürfe kein Zufluchtsort für Terroristen werden.

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(ll)