Dieser einfache Test könnte euch verraten, wie hoch das Risiko ist, dass ihr später an Alzheimer erkrankt

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Dieser einfache Test könnte euch verraten, wie hoch das Risiko ist, dass ihr später an Alzheimer erkrankt | University of Louisville
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Das Ergebnis eines simplen Tests könnte ein Indikator dafür sein, ob du später Alzheimer bekommst oder nicht.

Wissenschaftler haben hierfür bestimmte graphische Formen entwickelt, sogenannte Greebles, die dabei helfen könnten, Symptome der Krankheit zu erkennen, bevor sie offensichtlich werden.

Um dein persönliches Risiko an Alzheimer zu erkranken herauszufinden, sieh dir die vier Figuren in der Graphik an und versuche, die zu finden, die nicht zu anderen passen.

Wenn es dir schwer fällt, diese Figur zu finden, könnte das bedeuten, dass dein persönliches Risiko, die Krankheit zu entwickeln, größer als das von anderen ist.

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Denn: Die Forscherin Emily Mason von der University of Louisville fand heraus, dass Menschen mit einer genetischen Veranlagung für Alzheimer größere Schwierigkeiten haben, zwischen graphischen Formen zu unterscheiden als Menschen ohne diese genetische Veranlagung.

Die Forscher erhoffen sich viel von dem Test

Während ihrer Doktorarbeit an der Vanderbilt University teilte Mason Freiwillige zwischen 40 und 60 Jahren in zwei Gruppen ein: Die eine Gruppe bestand aus Menschen, die ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Alzheimer hatten, weil sie mindestens ein Elternteil hatten, bei dem die Krankheit diagnostiziert worden war. Die andere bestand aus Menschen, die noch keinen Alzheimer-Fall in der Familie hatten.

Die Probanden vervollständigten eine Serie von Aufgaben, in der sie jedes Mal die nicht passende Figur von vier Figuren benennen mussten. Dabei handelte es sich um Gegenstände, menschliche Gesichter, Szenen und Greebles. Jedes Mal war eine der Darstellungen nur schwer von den anderen zu unterscheiden.

Der Alzheimer-Risiko-Gruppe fiel die Lösung schwerer

Beide Gruppen performten etwa auf dem gleichen Level, wenn es um Gesichter, Objekte und Szenen ging. Doch bei den Greebles war die Alzheimer-Risiko-Gruppe deutlich schlechter.

Den Mitgliedern der Risiko-Gruppe gelang es nur in 78 Prozent der Fälle, das nicht dazugehörige Greeble zu identifizieren. In der Gruppe, in der niemand genetisch vorbelastet war, gelang es in 87 Prozent der Fälle.

Die richtige Antwort für die Figur oben lautet übrigens: Nummer vier passt nicht zu den anderen Figuren. Denn die Hörner und Arme sind leicht anders geformt als die der anderen.

Mason hofft nun, dass die Greebles dabei helfen könnten, das Risiko für Alzheimer in Zukunft vorherzusagen und das Wissenschaftlern ermöglicht, neue Therapien zu entwickeln, bevor die Symptome sich festsetzen.

"Wir wollen in der Lage sein, wirklich früh wirklich geringe Veränderungen im Gehirn festzustellen"

"Zu dem Zeitpunkt, wenn wir die Krankheit feststellen, ist es sehr schwer, Gehirnfunktionen wiederherzustellen, da die Gehirnschäden zu diesem Zeitpunkt schon zu ausgeprägt sind", sagte sie.

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"Wir wollen in der Lage sein, wirklich früh wirklich geringe Veränderungen im Gehirn festzustellen. Ein Weg, wie wir das tun können, sind kognitive Tests, die einen ganz bestimmten Teil des Gehirns untersuchen."

Mason will die Forschungen weiterführen, um festzustellen, ob die Versuchspersonen, die bei dem Test schlecht abschnitten, in der Zukunft tatsächlich Alzheimer entwickeln.

"Die beste Möglichkeit, die wir haben, ist, dass Versuchspersonen den Test in ihren Vierzigern und Fünfzigern machen und wir sie dann die nächsten zehn und zwanzig Jahre tracken und dann beobachten, wer die Krankheit entwickelt hat und wer nicht", sagte sie.

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Brandon Ally, Assistenz-Professor für neurologische Chirurgie und einer der Hauptautoren der Studie, sagte, der Test biete einen kosteneffizienten Weg, um frühe Stadien von Alzheimer zu erkennen. Man könneAlzheimer-Patienten mit diesem Test leicht über die Zeit hinweg begleiten.

"Wir behaupten nicht, dass neuartige Objekte wie Greebles einen eindeutigen Hinweis auf Alzheimer liefern, aber gepaart mit solider Forschung könnte es für uns einfacher werden, unsere Diagnostik bei stark gefährdeten Patienten zu verbessern", sagte Ally. "Als Präventionsmethoden könnten eventuell Impfungen oder Medikamente in Betracht kommen."

Die Forscher wollen an Präventions-Maßnahmen arbeiten

Robert P. Friedland, der seit 35 Jahren in der Alzheimer-Forschung tätig ist, glaubt, eine Früherkennung werde dabei helfen, den Patienten einen besseren Lebensstil und bessere therapeutische Maßnahmen zu ermöglichen.

"Die Tatsache, dass die Krankheit so lange braucht, um sich zu entwickeln, gibt uns die Möglichkeit, ihren Fortschritt aufzuhalten, indem wir unsere Aufmerksamkeit auf die vielen Faktoren richten, die damit in Verbindung gebracht werden", sagte er.

"Zu diesen Faktoren gehören der Lebensstil, eine fettreiche Ernährung, Übergewicht, rauchen, Kopfverletzungen und zu wenig mentales und soziales Engagement."

Die Studie wurde im Alzheimer Journal veröffentlicht.

Der Text erschien zuerst in der Huffington Post UK und wurde von Amelie Graen aus dem Englischen übersetzt.

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(lk)

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