Todkranker Charlie: Gericht ordnet Behandlungsstopp für Baby an - Eltern am Boden zerstört

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Charlies Eltern kämpften um das Leben ihren Kindes | Chantelle Tointon/Twitter
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Charlie ist erst acht Monate alt, jetzt wurde wohl sein Todesurteil gesprochen: Denn ein Gericht in Großbritannien hat gegen den Willen der Eltern einen Behandlungsstopp für das todkranke Baby angeordnet.

Das Gericht folgte damit einem Antrag der Ärzte des Great-Ormond-Street-Krankenhauses in London. Der acht Monate alte Charlie solle in Würde sterben können, begründete der Vorsitzende Richter des High Courts die Entscheidung am Dienstag.

Der Junge leidet unter einer seltenen Erbkrankheit, die zu Muskelschwund und Hirnschäden führt, und musste zuletzt künstlich beatmet werden. Er ist an mitochondrialer Myopathie erkrankt.

Eltern sammelten 1,4 Millionen Euro für weitere Behandlung

Die Eltern zeigten sich nach dem Urteil "am Boden zerstört", sagte ihre Anwältin. "Sie verstehen nicht, warum der Richter Charlie nicht einmal die Chance auf eine Behandlung gegeben hat". Sie kündigten an, in Berufung zu gehen.

Charlies Eltern hatten dafür gekämpft, ihren Sohn für eine weitere Behandlung in die USA bringen zu können. Sie sammelten dafür umgerechnet bereits rund 1,4 Millionen Euro. "Er hat buchstäblich nichts zu verlieren, aber möglicherweise ein gesundes und glückliches Leben zu gewinnen", schrieben sie auf einer Fundraising-Webseite. Menschen teilten den Aufruf im Kurznachrichtendienst Twitter.

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Doch die Chance für eine weitere Behandlung hat das Gericht aus Sicht der Eltern dem Kind genommen.

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Ärzte: Charlie könnte Schmerzen erleiden

Die Richter folgten der Einschätzung der Ärzte. Diese hatten argumentiert, Charlie könne bei einer weiteren Behandlung möglicherweise Schmerzen erleiden. Durch bereits erlittene Hirnschäden werde sich sein Zustand selbst bei erfolgreicher Behandlung nicht mehr verbessern.

"Mit schwerem Herzen, aber in der vollen Überzeugung, dass es in Charlies bestem Interesse ist", habe er sich entschieden, dem Antrag des Krankenhauses stattzugeben. So begründete der Richter sein Urteil.

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Was ist mitochondriale Myopathie?

Das mitochondriale DNA-Depletionssyndrom, auch mitochondriale Myopathie genannt, ist eine sehr schwere und unheilbare Erbkrankheit. Die seltene Erkrankung kann unterschiedliche Organe wie die Leber, das Hirn und die Nieren betreffen und führt meist nach wenigen Monaten bis mehreren Jahren zu Multi-Organversagen und zum Tod.

Aber: Einige Studien deuten darauf hin, dass die Gabe von Aminosäuren und Enzymen den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen kann.

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(ujo)