"Ein schwarzer Tag für den Fußball": So reagiert die Sportwelt auf den Anschlag in Dortmund

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  • Nach dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund ist die Fußballwelt geschockt
  • Die Vereine sprachen dem BVB ihre Solidarität aus, viele freuten sich über die schönen Bild von sich helfenden Fans
  • Zugleich war jedoch auch die Wut groß über den ersten direkten Anschlag auf ein deutsches Fußballteam
  • Mehr Reaktionen seht ihr oben im Video

Die Welt des Fußballs ist erschüttert. Auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund ist am Dienstagabend eine Sprengstoff-Attacke verübt worden. Die Explosionen verletzten BVB-Spieler Marc Bartra sowie einen Polizisten. Das Champions-League-Spiel gegen den AS Monaco wurde auf Mittwoch verschoben.

Die Mannschaft befinde sich in einer "Schockstarre", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke am Dienstag. Später fügte er hinzu, es sei eine "sehr gravierende Geschichte" und eine "neue Dimension, was da heute passiert ist."

Das Entsetzen ist groß. Erstmals wird ein deutsches Fußballteam direkt Ziel eines Anschlags. "Ein Schwarzer Tag für den europäischen Fußball", titelte am Mittwochmorgen etwa die Zeitung "Welt".

Die Entscheidung, das Spiel bereits am nächsten Tag nachzuholen, wurde teilweise heftig kritisiert. Der Berliner "Tagesspiegel" kommentierte in seinem Newsletter: "Eine nicht nur gefühlt falsche Entscheidung, gefällt von einem unsensiblen Fußballverband. Hauptsache, Ball und Geld rollen weiter."

BVB-Geschäftsführer Watzke sprach von einer "Herkulesaufgabe", die Spieler wieder in einen "spielfähigen Zustand" zu versetzen. Wichtig sei jedoch auch: "Wir müssen schnell zur Normalität zurückkehren, dazu gibt es keine Alternative."

Fröhliche Bilder trotzen der grässlichen Tat

Aber es gibt auch Erfreulicheres nach dieser Tat zu berichten. "Es sind fröhliche Bilder. Sie trotzen den grässlichen, die die Täter in die Welt senden wollten", schreibt die Nachrichtenseite "Zeit Online" über die Fotos von BVB- und Monaco-Fans.

Der AS Monaco sammelte auf dem Kurznachrichtendienst Twitter Fotos der Aktion "Bed For Away Fans". Über Twitter hatten BVB-Fans den Anhängern der Gäste einen Platz zum Schlafen angeboten. Die Bilder verbreiteten sich schnell im Netz.

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Die Fußballwelt hält zusammen

Die Fußball-Vereine in Deutschland sprachen dem BVB ihre Solidarität aus. Der FC Bayern wünschte dem verletzten Spieler Bartra alles Gute.

Der Lokalrivale Schalke 04 schrieb auf Twitter: "In solchen Momenten hält man im Revier zusammen: Schalke 04 wünscht Marc Bartar gute Besserung, allen Fans eine sichere Heimreise."

Schalke-Kapitän Benedikt Höwedes schrieb: "Getrennt in den Farben, vereint gegen Gewalt. (...) Ich hoffe, es geht euch gut."

Auch der 1. FC Köln twitterte "Gute Besserung" und setzte den Hashtag "Footballfamily", also Fußballfamilie, zu seinem Beitrag:

Die TSG 1899 Hoffenheim schrieb "Echte Liebe statt sinnlose Gewalt" - und nahm damit den BVB-Slogan "Echte Liebe" auf.

"Mich kotzen diese Idioten an"

Manche Tweets fielen auch wütend aus. Sport-Kommentator Frank Buschmann twitterte: "Ich habe einfach nur die Schnauze voll von all den Idioten auf dieser Welt."

Ähnlich reagierte auch Kommentator Marco Hagemann: "Einfach nur schockierend. Mich kotzen diese ganzen Idioten auf dieser Welt nur noch an. Das musste mal raus..."

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(jg)