POLITIK
13/04/2017 05:56 CEST | Aktualisiert 13/04/2017 06:38 CEST

Höcke kommt nicht zum AfD-Parteitag - seine Begründung muss auf Petry wie Hohn wirken

Facebook

  • AfD-Politiker Höcke hat in einem Video begründet, warum er nicht zum AfD-Parteitag kommen werde

  • Er wolle keinen Skandal initiieren, sagte er

  • Zugleich ist das Video gespickt mit versteckten Angriffen auf AfD-Chefin Petry

Björn Höcke wird nicht zum Bundesparteitag nach Köln am 22./23. April kommen. Das gab der thüringische AfD-Landesvorsitzende in einer Video-Botschaft auf seiner Facebook-Seite bekannt. Das Video ist zugleich gespickt mit verdeckten Angriffen auf die Parteivorsitzende Frauke Petry.

"Ich möchte nicht Anlass dafür geben, einen Skandal zu initiieren, ich möchte nicht Anlass dafür sein, zu polarisieren", sagte er zur Begründung. Er sei in den letzten Wochen angegriffen worden - "nicht nur von den Kräften des Establishments, sondern auch von Parteifreunden", so Höcke.

Rechtsaußen möchte "Parteitag der Einheit"

Gegen ihn läuft ein Parteiausschlussverfahren, nachdem er in einer Rede zur deutschen Vergangenheitsbewältigung unter anderem eine "erinnerungspolitische Wende um 180 Grad" verlangt hatte. Zudem wirft ihm der Parteivorstand vor, unter einem Pseudonym Texte für ein NPD-Magazin geschrieben zu haben.

In seiner Video-Botschaft sagte er nun, nach seiner Überzeugung wollten die Mitglieder keine Diskussionen mehr über Personen, sie wollten endlich über Inhalte reden.

"Dieser Parteitag muss ein Parteitag der Einheit werden. Es muss ein Parteitag werden, von dem ein großes Signal ausgeht, ein Signal der politischen Willensstärke, ein Signal des unbedingten Willens, dieses Land zum Guten zu verändern", sagte Höcke.

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Der als Rechtsaußen geltende Höcke ist ein scharfer Gegner der Parteivorsitzenden Frauke Petry. Der Parteitag soll über das Wahlprogramm der Rechtspopulisten und darüber entscheiden, ob sie mit Petry als alleiniger Spitzenkandidatin oder mit einem Team in den Wahlkampf ziehen.

Höcke hat bereits Hausverbot

Höcke sprach sich jetzt klar für ein Team aus: "Ein Team, das aus Mannschaftsspielern besteht, die Schulter an Schulter gemeinsam mit uns für unsere gute und gerechte Sache streiten".

Stattdessen wolle er tun, was er immer getan habe - "der Einheit der Partei dienen". Diese Worte, von dem Mann, der wie kein anderen zur Spaltung der AfD beigetragen hat, müssen auf den Parteivorstand wie Hohn wirken.

Allerdings wäre seine Teilnahme an dem zweitägigen Treffen ohnehin nicht möglich gewesen. Der Parteitag findet in einem Hotel der Maritim-Kette statt - und die hat ihm Mitte Februar Hausverbot erteilt.

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(ll)

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